Unbedingt noch abarbeiten sollten wir Beyoncés Feed-Füller Anfang Dezember, als sie mit einem unangekündigten Album mitten ins Weihnachtsgeschäft bombte und frierende Menschen mit routiniert verschwitztem R&B und einer noch hitzigeren Videokampagne erwärmte. Aber ich kann mir nicht helfen: so schulterklopfend man das aus BWLer-Perspektive rezipieren kann, so sehr Stand der Kunst die Produktionen von Timbo, Pharrell, The-Dream oder Hit-Boy auch sein mögen, so ermüdend ist die ganze Chose dennoch. Vielleicht weil Beyoncé mittlerweile weniger Projektionsfläche und mehr transzendente Ikone ist, mehr Übermutter als Inspiration – ein familieninternes Problem also.


Unsere Gender-Studies-Vorlesung schließen wir mit »Black Portland«, dem Mixtape der beiden ATL-Ignants Young Thug und Bloody Jay. Musikalisch durchaus nahe dran an Future, aber vom Habitus her eher Rich Homie Quan, croont sich Young Thug auch hier wieder potentiell 3-4 neue Hits zusammen, bei denen megalomanisch veranlagte Multimillionäre auf der nächsten Been-Trill-Party dafür sorgen könnten, dass sich Danny Glover und Worst Behavior 2014 um den Titel des wichtigsten Hashtags streiten werden. Oh und was tatsächlich bemerkenswert ist: Young Thug hat ein fast schon umheimliches Gespür für Hooks und Songstrukturen, und zwar nicht im Migos’schen Sinne.









