Dj Shiftee – Turntable Diaries # 6

10.01.2014
In diesem Jahr feierte die DMC World DJ Championships ihren 30. Geburtstag. Aus diesem Anlass stellen wir euch in den nächsten Wochen einige Turntablists vor. Dieses mal: DJ Shiftee

In diesem Jahr feierte die DMC World DJ Championships ihren 30. Geburtstag. Aus diesem Anlass sprachen wir mit ausgewählten Gewinnern der letzten drei Jahrzehnte über die Geschichte des DJing und ihren Blick darauf. In den nächsten Wochen stellen wir Euch nun einige Turntablists vor. Diesmal: DJ Shiftee – Er wurde in 2003 der jüngste Gewinner der DMC New York City Championships, mit nur 17 Jahren und holte in 2009 den Titel DMC World Champion.

Wann hast du mit Turntablism angefangen?
DJ Shiftee: Ich habe im Jahr 2000 angefangen, als ich mir von meinem Bar Mitzvah Geld einen Plattenspieler und ein DMC Champions Video gekauft habe.

Bist du immer noch aktiv? Und verdienst du damit deine Brötchen?
DJ Switch: Zweimal zum Glück JA.

Was hat dich all die Jahre dran bleiben lassen?
DJ Switch: Während meiner Battle-Jahre hat mich der DMC World Championship Titel motiviert und vorangetrieben. Es ist einfach der ultimative Preis. Ich fokussiere mich heutzutage darauf, mich als DJ und Künstler weiterzuentwickeln.

Wie schaut deine Lieblingsroutine aus?
DJ Switch: Bezüglich des reinen Turntablism mag ich wirklich alle A-Trak Beat-Juggles auf dem 1999 »ITF World Championship Tape«. Sie waren allesamt so verdammt technisch, funky und innovativ. Dieser Tage mag ich auch Routines, welche die Grenzen der Technologie entlang Turntablism aufbrechen. Craze und Rafik sind da groß drin.

Wie entwickelst du eine Routine?
DJ Switch: Manchmal habe ich eine rein technische Idee, wie ich mit dem Equipment interagieren möchte. Wie zum Beispiel bei meiner Mercy-Routine, die aus Ideen besteht, die mit der genutzten Musik nichts zu tun haben. Also nach dem Konzept: Ich möchte x UND y UND z machen. Egal womit. Manchmal habe ich überhaupt keine Ideen und spiele einfach mit Songs rum, bis etwas interessant klingt. Eine Routine zu kreieren, ist immer ein Prozess für mich. Bei mir ist es nie ein einfaches »Presto, Routine!« Eine Menge Pattern werden zerschnitten, die Anordnung geändert, Dinge verbessert etc.

Wie würdest du deine grundsätzliche Philosophie des Turntablism beschreiben?
DJ Switch: Mein Lieblings-Turntablism besteht aus der innovativer Technik UND einem unerreichbaren Sound der nächsten Generation.

»Ich ziehe heutzutage die digitale Technologie vor, weil sie all diese neuen, aufregenden Möglichkeiten bietet. « (DJ Shiftee)

Wie bereitest du dich auf Battles vor? Und wie fühlst du dich bei Battles?
DJ Switch: Ich übe wie bescheuert. Jedes Element meiner Routine wird immer und immer wieder eingeschliffen. Wenn ich zu wichtigen Battles gehe, bin ich meist nervös aber auch sicher, wenn ich gut geübt habe. Ich versuche, mich nur auf Dinge zu fokussieren, die ich auch wirklich beeinflussen kann. Ich mach mir also keinen Kopf um den Sound, die Jury oder so.

Wie war dein erster Battle?
DJ Switch: Ich erinnere mich, zum Battle gegangen zu sein. Ich erinnere mich daran, auf die Bühne gegangen zu sein. Ich erinnere mich daran, von der Bühne herunter gegangen zu sein. Aber ich erinnere mich nicht daran, performt zu haben. Ich war wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Ich glaube, mein Set fing gut an, aber als ich mit komplexeren Techniken begann, wollte mein Körper nicht entsprechend mitmachen. Ich habe ziemlich derbe verloren!

Wie hat sich dann der DMC World Supremacy/Champion Titel angefühlt?
DJ Switch: Es fühlte sich großartig und traurig zugleich an. Denn ich hatte dieses Ziel für zehn Jahre im Blick. Mein ganzes Leben war darauf ausgerichtet, die DMC zu gewinnen. Als ich sie dann gewonnen hatte, war das natürlich sehr befriedigend, aber ich stellte mir auch sofort die Frage: Uh, oh… und was mache ich jetzt!?

Was hat sich seit den Anfängen im Turntablism geändert?
DJ Switch: Die digitale Entwicklung hat die Dinge wirklich weeeeiiiit geöffnet. Es ist jetzt so verdammt einfach, eigenes Material zu produzieren, während du vorher ausschließlich mit den Platten vorlieb nehmen musstest, die du gerade zur Hand hattest. Die Grenze zwischen Produzent und Turntablist ist viel schmaler, allein schon weil es so einfach ist, einen Edit zu erstellen oder eigene Sachen zu produzieren und diese direkt in dein Programm einzubauen.

Digital oder Vinyl?
DJ Switch: Ich ziehe heutzutage die digitale Technologie vor, weil sie all diese neuen, aufregenden Möglichkeiten bietet. Ich kaufe zwar nach wie vor Platten und lege mit diesen ab und zu auf, aber »Traktor« ist für mich einfach interessanter. Das Handling ist etwas anderes, aber das ist vernachlässigbar. Das Gefühl von Vinyl ist jedoch unschlagbar!

Deine Top 3 Turntablism Platten?
DJ Switch: Scratch / Break Records Records: DJ Flare – Hee Haw Breaks, Vand Vand – Tayrald Break, Mike Boo – Soul Canvas;
Turntablism Albums: QBert – Wave Twisters, Kid Koala – Some Of My Best Friends Are DJs, D-Styles – Phantazmagorea

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