Guest Mix: DJ Robert Smith

22.09.2022
DJ Robert Smith ist aus der deutschen HipHop-Szene nicht wegzudenken. Als Hälfte von Smith&Smart, sowie von Slick Walk veröffentlicht er selbst Musik. Ansonsten ist der DMC Germany-Gewinner der Mann für die Cuts. Hier zeigt er sein Können an den Turntables.

Mischpulte fürchten sich vor seinen Skills, MCs lieben seinen Style. Wenn DJ Robert Smith den Crossfader zwischen Daumen und Zeigefinger klemmt, verwandelt sich sein Plattenkoffer in Cuts und Scratches. Seit über 20 Jahren steht der Berliner, der eigentlich Ric Strakow heißt, hinter den Decks. Er gewann die DMC Germany und tourte mit Kontra K. In der deutschen Hip-Hop-Szene gilt er als Handwerker. Manche attestieren ihm sogar Veränderungsresistenz, weil er noch immer Boom bap-Platten rumschleppt, statt Autotune aus Laptops heulen zu lassen.

Dabei atmet der Mann bloß die Kultur, die ihm als 18-jährigen Dude in die Hände fiel. Über ein Tape fand Strakow eine andere Welt. Eine, die für ihn bis heute aus Beats besteht und in 16ern pulsiert. Als er den MC Maxwell Smart Anfang der 2000er Jahre bei einer Party kennenlernt, stellt sich Strakow das erste Mal auf eine Bühne. Seitdem tingeln die beiden als Smith&Smart durch Kellerclubs und Undergroundparty – old school, mit Plattenspielern und Mic, versteht sich! Übrigens: Smart verdankt der DJ auch seinen Künstlernamen: Nach vielen Drinks und wenig Schlaf habe er einmal ausgesehen wie Robert Smith, der Sänger von The Cure. Seitdem sind zwar die Haare kürzer (höchstens ein bisschen, Anm.d.Red.) – der Name blieb trotzdem picken wie ein Sample von Mobb Deep.

Als wär’s ein Kartentrick

Wer sich auf Discogs durch die Feature-Liste von DJ Robert Smith klickt, taucht in den deutschen Hip-Hop-Underground ab. Dort glitzern keine Grilllz, sondern Lines, die mehr sind als Gucci, Prada oder Peng-Peng. Für Rapper wie AzudemSK und Morlockk Dilemma lässt er die Plattenspieler warmlaufen. Bei Pyro One reißt die Nadel über den Teller, auf Tracks von Schlakks pumpen Beats die DNA von Smith. Das hat gute Gründe: Schließlich existieren auf den Turntables von DJ Robert Smith keine Naturgesetze. Manchmal wandern Platten so schnell über den Teller, dass man sich als Zuseher*in wie bei einem Kartentrick vorkommt – die Schnelligkeit führt zur Illusion, man bräuchte eine Zeitlupe oder drei Kilo Weed, um das zu verstehen.

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