Record Store Day 2020 – 1st Drop – 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest

18.08.2020
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.

Eine Übersicht sämtlicher exklusiver Record Store Releases findest du bei uns <a href=”https://www.hhv.de/shop/de/record-store-day-2020-1st-drop/p:A60GO8.“>im Webshop


And Also The Trees
And Also The Trees Record Store Day 2020 Edition
Graveface • 1984 • ab 61.99€
Zwei Brüderpaare in einer Band: Die Konstellation der 1979 im britischen Inkberrow gegründeten And Also The Trees ähnelt der von The National. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum von 1984 zeigt das Quartett noch in unmittelbarer Nähe zu ihren Inspirationsquellen Joy Divison, The Birthday Party und The Cure, deren damaliger Drummer und Keyboarder Lol Tolhurst das heute als Gotic-New-Wave-Klassiker gehandelte Werk auch produzierte. Zusätzlich zum remasterten Original glänzt das auf 2000 Kopien limitierte RSD-Doppel-LP-Release mit den sechs von Robert Smith und Mike Hedges co-produzierten Demo-Tracks des bislang nur auf einer raren MC von 1982 erhältlichen Mini-Albums »From Under The Hill«. Harry Schmidt

Ben Watt with Robert Wyatt
Summer Into Winter Record Store Day 2020 Edition
Cherry Red • 1982 • ab 25.99€
Lange bevor Ben Watt als Producer und Songwriter des Duos Everything but the Girl der großen Weltöffentlichkeit bekannt wurde, markierte diese EP mit dem ehemaligen Soft-Machine-Drummer Robert Wyatt einen der ersten Schritte seiner Karriere. Zum RSD 2020 machen Cherry Red dieses 1982 erschienene Soft-Folk-Kleinod wieder greifbar: Die fünf Tracks sind mit 45 RPM auf transparentes türkisfarbenes Vinyl geschnitten, die 750 Exemplare der limitierten Auflage stecken in einer mit dem Orignial-Artwork bedruckten Reverse-Cardboard-Hülle. Harry Schmidt

Billie Eilish
Live At Third Man Records Opaque Blue Record Store Day 2020 Edition
Darkroom / Interscope / Third Man • 2019 • ab 34.99€
Hand hoch, wer das »Phänomen« um Billie Eilish checkt. Die US-Amerikanerin hat zwar fast so viele Grammys über ihrem digitalen Kaminsims stehen wie sie alt ist, darf dafür noch länger nicht legal in ihrer Heimat auf ‘nen Drink gehen, was aber ohnehin ziemlich uncool sein dürfte, wenn man in dem Oversize-Sweatshirt von Billie Eilish steckt. Da sie es mit ihrem Producer-Brother aus dem Bedroom-Studio zur ausverkauften Welttournee geschafft hat, streuen sich so subversive Kunstprojekte wie die Akustiksession mit abstrakter Coverbemalung in Kleinstauflage wie Understatement für Dreijährige über den Geniekult. Wer das nicht checkt, legt Van Halen auf. Christoph Benkeser

Denzel Curry
Bulls On Parade Record Store Day 2020 Edition
Loma Vista • 2020 • ab 14.99€
Wer bei dem Song noch nie im Moshpit an einer Schüssel Cornflakes geschlürft hat, hat nicht gelebt. Punkt. Jeder Metal-Head schnaubt nach zwei Sekunden auf diesem Rodeo-Riff wie ein Bulle in Pamplona. Dass Denzel Curry nicht nur die Power von Zack de la Rocha aus den Lungen pumpt, sondern den Song dermaßen zerlegt, zeigt nur, was der Typ draufhat, wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, sich die Rainbow-Grillz in die Fresse zu schieben. Deshalb: Mehr Metal, weniger Curry. Schnauf. Christoph Benkeser

Düsseldorf Düsterboys, The
Im Winter Record Store Day 2020 Edition
Staatsakt • 2020 • ab 15.99€
Zeit den Mantelkragen hochzuklappen und selbst bei miesem, nasskalten Gegenwind die Kippe anzuzünden: Eine limitierte 10inch der Kölner Düsseldorf Düsterboys kommt, der Sommer war eh scheisse, wird Zeit für den Herbst. Die Songs auf »Im Winter« stammen von den Sessions zu »Nenn Mich Nicht Musik«, einem der besten deutschsprachigen Indie-Album der letzten paar Jahre. Das passten diese Lieder einfach nicht drauf. Gut seien sie aber schon trotzdem. Mehr ist über sie nicht bekannt. Pippo Kuhzart

Ennio Morricone
OST Peur Sur La Ville Record Store Day 2020 Edition
Wewantsounds • 1975 • ab 30.99€
Ohne Morricone-Special-Edition würde der diesjährige Record Store Day nicht auskommen, klar. Mit dem 1975 erschienen Soundtrack zum Krimi »Peur Sur La Ville« erscheint nun zwar keine Rarität neu – diese Special Edition allerdings kommt neben dem Original-Soundtrack mit einer weiteren Platte voller Bonusmaterial. Darauf zu finden sind zwei Tracks, die bislang noch nie auf Vinyl erschienen, Morricone-Komplettisten wissen Bescheid. Pippo Kuhzart


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Future Sound Of London
Papua New Guinea (A. Weatherall 7" Edit) Record Store Day 2020 Edition
Fsol Digital • 2020 • ab 23.99€
Anfang des Jahres verlor die internationale Clubkultur mit Andrew Weatherall einen ihrer großen Vordenker und Virtuosen, einen Typen, der elektronische Musik besonders in den 90ern wie kaum sonst jemand immer wieder neu zu channeln wusste – selbst wenn er sich an produktionstechnischen Übergrößen wie The Future Sound Of London versuchte. Mit dem Remix von »Papua New Guinea«, jenem euphorisierenden Fernweh-Klassiker zwischen Breakbeat, New Age und Prog-Trance, liegt nun eine seiner besten Arbeiten als limitierte 7″ vor. Nils Schlechtriemen

John Massoni & Sonic Boom
The Sundowner Sessions Army Green Record Store Day 2020 Edition
Space Age • 2000 • ab 37.99€
Peter Kember alias Sonic Boom war in den 1980er Jahren mit seiner Band Spacemen 3 die Speerspitze des minimalistischen Psychedelic-Rocks in England. Später arbeitet er u.a mit den Silver Apples, Kevin Martin oder Thomas Köner an seinen Projekten »Experimental Audio Research« und »Spectrum«.»The Sundowner Sessions« dokumentiert Aufnahmen Sonic Booms an einem speziell für die menschliche Stimme entwickelten Synthesizer zusammen mit dem amerikanischen Klangkünstlers John Massoni aus dem Jahr 2000. Andreas Brüning

Loleatta Holloway
Cry To Me Record Store Day 2020 Edition
Tidal Waves Music • 1975 • ab 39.99€
Bevor Loleatta Holloway, deren Karriere im selben Gospelchor begonnen hat wie die von Aretha Franklin, sich mit Hits wie »Love Sensation« in die erste Riege der Disco-Divas katapultierte, nahm die in Chicago geborene Sängerin zwei Alben für Aware auf, denen die verdiente Aufmerksamkeit aufgrund des Zusammenbruchs von Michael Thevis’ Label weitgehend versagt blieb. Insbesondere »Cry To Me« ist ein verschollener Southern-Soul-Meilenstein, der zum RSD 2020 endlich seine gebührende Vinyl-Wiederveröffentlichung erfährt – die erste, seit er 1975 erschienen ist. Liebe und ihr Scheitern auf zehn Songs – zum Steinerweichen! 500 Kopien in grün-schwarz-marmoriertem 180-Gramm-Vinyl. Harry Schmidt

Nocturnal Emissions
Drowning In A Sea Of Bliss Record Store Day 2020 Edition Rsd 2020 Exclusive
Mannequin • 1992 • ab 23.99€
Zum 40. Geburtstages der Nocturnal Emissions wird »Drowning In A Sea Of Bliss« aus dem Jahre 1983 am Records Store Day noch einmal neu aufgelegt. Im Gegensatz zum Glückseligkeit verheißenden Titel entpuppt sich die Klangcollage des Projektes um den Londoner Klangkünstler Nigel Ayers allerdings als scharfkantige Mischung aus nervösen Field Recordings, kochenden Drones, verzerrten Loops und metallischen Beats, die auch im Jahre 2020 noch reichlich mentales Unwohlsein verbreitet. Andreas Brüning

Penderecki, Don Cherry & The New Eternal Rhythm Orchestra
Actions Translucent Red Record Store Day 2020 Edition
Our Swimmer • 2011 • ab 29.99€
Krzysztof Penderecki verstarb am 20. März diesen Jahres. Der polnische Avantgarde-Komponist hatte unzählige Werke veröffentlicht. Für den diesjährigen Records Store Day erscheint seine Live-Aufnahme mit Don Cherry, der leider ebenfalls bereits verstorbenen spirituellen Größe – nicht nur im Jazz. »Actions« führt definitiv ins Licht. Immer wieder. Man muss davor durch gewaltige Stürme, das gehört einfach zum Programm. Doch dann schließt einen Loes MacGillycutty in die ewigen Arme ihre Stimme, immer wieder, und der Weg ist geschafft. Pippo Kuhzart

Philip Glass
OST Koyaanisqatsi Record Store Day 2020 Edition
Orange Mountain Music • 2020 • ab 47.99€
So zeitgeistig wie noch nie, steht Godfrey Reggios »Koyaanisqatsi« auch heute noch als experimenteller Essay-Film und dokumentarische Kunstinstallation der menschlichen Hybris völlig alleine auf weiter Flur. Timelapse-Bildströme, hypnotische Naturaufnahmen und rauschhafte Farbfluten einer Spezies außer Balance, erlauben über knapp 90 Minuten hinweg das Absaufen in völliger transkultureller Immersion – auch und vor allem wegen des meisterhaften Scores von Philip Glass, der dem musikalischen Minimalismus hier zu nie gekannter Epik verhalf. Nils Schlechtriemen


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