Ross From Friends – 10 Favorites

09.07.2018
Foto:Fabrice Bourgell / © Brainfeeder
Nenn es nicht einfach Lo Fi-House! Ross From Friends hat zwar auch einen dieser…Witz-Namen. Seine Musik ist allerdings kein Gimmick, nicht umsonst ist er auf FlyLos Brainfeeder gelandet! Der Mann hat Einflüsse von jenseits der 120 BpM.

Das Rauschen fadet aus: Lo-Fi-House, das elektronische Hype-Genre 2016/ 2017, findet heute primär auf Youtube-Mixen mit dem Wort »Study« im Titel statt, unterlegt von irgendeinem geloopten Anime-Gif. Auch wenn das Ende dieses explizit Meme-igen Movements schon von Anfang an so sicher wie eine Vierviertelkick war, ist das trotzdem schade. Denn im Rahmen dieser Retromanie entstand ungewöhnliche Musik, die die bräsige Szene zwang, sich wieder an die richtigen Sachen zu erinnern. Der Lichtblick: auch wenn der Hype verschwunden ist, die Musikerinnen und Musiker sind es nicht – im Gegenteil: viele nutzen ihre neugefundene Freiheit um sich vom formelhaften Lo-Fi-House in Richtung Freiheit und Spaß zu emanzipieren.

Ross From Friends
Family Portrait
Brainfeeder • 2018 • ab 24.99€
Einer der bekanntesten Überbleibsel dieses Rummels ist Ross From Friends. Je nachdem, wen man fragt, verbirgt sich dahinter ein aufstrebender britischer Producer namens Felix Weatherall oder ein fiktiver promovierter Paläontologe, gespielt von David Schwimmer. So oder so: Nach EPs auf Labels wie Lobster Theremin ist Ross mittlerweile bei Brainfeeder angekommen, wo er dieses Jahr bereits die EP Aphelion veröffentlichte und sein Debütalbum »Family Portait« noch veröffentlichen wird. Und, wer hätte es gedacht, die ist mindestens so erfrischend wie es Alex Brown oder You’ll Understand waren – vor allem weil auch Einflüsse jenseits von House und Techno es auf das Release geschafft haben.

Dixon sagte in seinem wohl Karl-Lagerfeldhaftigsten Moment einst der Groove ein DJ, »der nicht mehr als Achtzig oder Neunzig Prozent aktuelle Stücke spielt«, habe seinen Beruf verfehlt. Lo-Fi-House war da irgendwie immer die Bewegung von der anderen Seite: Vergessen sind Minimal, Tech-House und was die Menschen heute Deep House nennen, solange noch auf irgendeinem Flohmarkt ein staubige White Label von 1992 herumsteht, die jede Promo-.wav nach Fruity Loops klingen lässt. Doch Ross From Friends ist nicht einfach jemand, dem es reicht, Trance-Platten auf 33 Umdrehungen zu spielen, der junge Mann hat Ambitionen! Und Einflüsse von jenseits der 120 BpM.

1 – »Busy Working« by Plone, taken from »For Beginner Piano«, Matador 1999
Jed, der bei unseren Konzerten Gitarre spielt, hat mir diese Band und ihr Album »For Beginner Piano« von 1999 gezeigt und ich bin seit Wochen davon besessen. Das ist einer meiner Lieblingstracks von dem Album. 2 – »Piper (Overmono Remix)« by Jonny L, taken from »Piper Remixes«, XL Recordings 2018
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Ich fand alles, was Overmono in letzter Zeit gemacht haben, super. Dieser Remix von Jonny Ls Techy/ 2-Step-Klassiker ist ein perfektes Beispiel, warum ich ihre Musik liebe. 3 – »Soundboy Ext.« by Skee Mask, taken from »Compro«, Illian Tape 2018
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Die neue Skee Mask LP »Compro« ist geil. Der beste breakige Ambient-Kram, den ich in letzter Zeit gehört habe. Der Track ist einer meiner Favoriten. 4 – Oneothrix Point Never – »Toys 2« by Oneohtrix Point Never, taken from »Age Of«, Warp 2018
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Ich war kein riesiger Fan vom neuen Oneohtrix Point Never Album »Age Of«, aber seine Produktionen sprengen zweifellos Grenzen, was ich sehr schätze. Dieser Song ist mein Liebling von der LP zur Zeit. 5 – »Catch The Loop« by Kamaal Williams, taken from »Black Focus«, Brownswood 2016
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Wirklich cooles Instrumental-Album von diesen Jungs. Sie stammen auch aus Südlondon. Das ist für mich ein Highlight von der Platte. 6 – »Jesus« by Dj Koze, taken from »Knock Knock«, Pampa 2018
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Der Groove auf diesem Track ist phänomenal. Sehr catchy und schön. Liebe ich. 7 – »Baby I’m Bleeding« byJ pegmafia, taken from »Veteran«, Deathbomb Arc 2018
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Jpegmafia ist seit Langem mein Lieblings-Hip-Hop-Künstler. Er experimentiert mit glitchy Sachen und hat auch eine super Einstellung zu Produktion. Es fühlt sich an wie unheimlich ausdrucksstarke Musik. 8 – »Badness Of Madness« by Czarface & MF Doom, taken from »Czarface Meets Metal Face«, Silver Age 2018
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Das ist das einzige Album, das ich auf mein Handy geladen habe. Wenn ich also unterwegs bin und keinen Empfang habe, höre ich es. Dieser Track ist mein Favorit. 9 – »Diarrhea Inferno Welfare Burrito« by Clown Core, taken from »Clown Core«, 2010
Ich habe diese Typen in einem viralen Video auf Twitter oder Facebook gesehen glaube ich. Sie stehen in einem Dixi-Klo mit Instrumenten und tragen beide Clownmasken. Ich habe dann ihre Diskographie umgegraben und diesen Track gefunden, sehr cool! 10 – »Watercolour Challenge« by Actress, taken from »Modeselektion Volume 4«, Monkeytown/Ninja Tune 2018
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Dieser hier ist von »Modeselektion Vol. 4« von Modeselektor, einer total dicht bepackten Compilation mit großartigen Tunes inklusive einem meiner Lieblingsclubtracks von Lone. Es ist immer aufregend, etwas neues von Actress zu hören, weil er ein großer Einfluss auf mich ist.