Review

Animal Collective

Painting With

Domino • 2016

Mit »Merriweather Post Pavilion« waren Animal Collective sowohl auf der Höhe ihres Schaffens als auch die wohl einflussreichste und wichtigste Band des Planeten – zumindest für studentische Weird-Folk-Elektro-Checker. Das ist allerdings bereits ganze sieben Jahre her (ja, wir werden alle älter…). Nach dem durchwachsen aufgenommenen »Centipede Hz« von 2012 ist »Painting With« nun das zehnte offizielle Album der Band aus Baltimore, Maryland. Und wie »Merriweather Post Pavillion« ist auch das neue Werk ohne das wohl nicht mehr so feste Bandmitglied Josh »Deacon« Dibb entstanden. Dem Sound hat diese Fokussierung auf das Trio Avey Tare Panda Bear und Geologist erneut gut getan. Die überschwängliche Euphorie ist nicht mehr ganz so hibbelig. Die teilweise etwas überladen wirkenden Backingtracks und gerade Avey Tares überambitionierte Vocals können zwar noch immer leicht überfordern, doch sobald Noah »Panda Bear« Lennox die Zügel in die Hand nimmt, wenden sich die Songs zum besseren. Sowohl die Beach-Boys-Harmonien als auch der Psychedelic-Einschlag erinnert etwa bei »Flori Dada« oder »Golden Gal« an die besten Momente von »Merriweather«, in denen dann jeweils »die Sonne aufging« (wie es DJ Koze damals treffend umschrieb). Obwohl Animal Collective wohl nie wieder an ihre damalige Relevanz heranreichen werden, ist es doch beruhigend zu sehen, dass sie weiterhin ihrem verqueren Pop-Ansatz treu bleiben, ohne dabei zu anstrengend, ziellos oder verquast zu werden.