Review

Animal Collective

Isn’t It Now?

Domino • 2023

Nur eineinhalb Jahre nach »Time Skiffs« hauen Animal Collective den nächsten Longplayer raus. Macht das »Isn’t It Now?« zu einer Art Schnellschuss? Ja, aber zu einem Schnellschuss im besten Wortsinn: Scheinbar spontan zusammengewürfelt, ohne sich großen Kopf über konsistente Album-Konzepte oder eine weitere Neuausrichtung des Sounds zu machen, versammelt die Band darauf sehr diverse Songs. Nach ein paar kurzen Studio-Gesprächsfetzen wird man auf »Soul Capturer« bald vom vertrauten Psych-Folk des Tierkollektivs aus Baltimore, Maryland umspült, der zwar weiter kräftig von elektronischen Mitteln unterstützt wird, dabei aber weder zu krachig wird noch zu Reizüberflutung führt.

Da ist einerseits das 22-minütige »Defeat«, was lange somnambul vor sich hin mäandert, um nach über neun Minuten kurz einen poppigen Upbeat-Part als Song-im-Song zu verstecken. Andererseits gibt es die beinahe klassische Piano-Ballade »Stride Rite« mit seltenen Vocals von Deacon oder den leichtfüßigen Vibe von »Gem & I« aus karibischen Schlagzeugrhythmen und eingängigem Gesang, der einfache Freuden wie die Sonne zu sehen und ein neues Bier aufzumachen beschreibt. Belohnt wird man als konzentrierter Zuhörer durch eher kleine Momente und die organisch gereifte Trademark-Mixtur von Animal Collective – dass die einzelnen Stücke nicht immer zusammenpassen, verstärkt deren Charme eher noch.