Review

The Kills

Good Games

Domino • 2023

Nachdem im letzten Jahr die Yeah Yeah Yeahs als Synth-Pop-Act wiederkehrten, kommt nun mit The Kills eine weitere Kult-Band der 2000er zurück auf die Bildfläche. Obwohl Alison Mosshart und Jamie Hince auf ihrem siebten Album auch vermehrt an Tasteninstrumenten komponierten und teilweise synthetische Streicher verwenden, ist »God Games« aber keine Abkehr von brachialen Gitarren-Riffs, coolen Rockstar-Posen oder minimalistischen Krachern. Mit »New York« geht’s wuchtig los und das angepisste »Wasterpiece« stampft stoisch durch die immergleichen vier Akkorde, doch dazwischen haben The Kills zumindest das Midtempo, elektronische Spielereien und bisher unerschlossene Inspirationsquellen für sich entdeckt. Da kann das dritte Bandmitglied »little bastard«, wie die beiden ihren treuen Drum Computer liebevoll nennen, auf »Love And Tenderness« und »Bullet Sound« gemächliche, deepe TripHop-Beats pumpen und der Gesang des Compton Kidz Club Choir die Songs »LA Hex« und »My Girls My Girls« bereichern. Doch Choreinsatz und »God« im Titel machen The Kills nicht zu gottgläubigen Konvertiten und Kirchengängern, sondern eher zu Schöpfern von »godless spirituals«. Nach gottlosem Gospel klingen dann auch die ruhigeren Stücke im letzten Drittel, bis »Better Days« uns alle versöhnlich in den Sonnenuntergang reiten lässt.