Review

Batida

Neon Colonialismo

Crammed • 2022

Perlende afrikanische Gitarren verströmen tropisches Licht, die Beats flackern clubbig, zugleich von einem straighten Puls getragen, aber immer auch von der Komplexität afrikanischer Rhythmen gekennzeichnet. Gäste wie der Angolaner Bonga, die kapverdische Musikerin Mayra Andrade, der Rapper Ikonoklasta oder die brasilianische Grand Dame Lia de Itamaracá den Tracks ihr Gepräge. Schon diese kurze Aufzählung lässt im Kontext des Albumtitels erahnen, dass es Batida mit »Neon Colonialismo« nicht einfach nur um Musik geht. Auf der Rückseite des Covers steht ein Zitat, das den philosophischen Überbau ausleuchtet: »Ich könnte von einem neuen Lissabon sprechen, dass blinkt und glänzt, aber das ist nicht die Idee«, schreibt Batida-Mastermind Pedro Coquenão: »Die Geschichte anzuerkennen ist der einzige Weg, sein schönes natürliches Licht zu würdigen.« Das neue Batida-Album, das erste seit acht Jahren, nimmt man »Konono No.1 meets Batida« aus, erkennt die Geschichte an, in dem die zehn Tracks selbst auf eine Reise gingen, zwischen Lissabon, Luanda, Evora, Berlin, Recife und London, bevor Coquenão sie in diesem Jahr fertig stellte und zu einem Ganzen verwob, das deutlich aufgeräumter daherkommt als seine Vorgänger, luftiger. »Neon Colonialismo« ist in diesem Sinne die betörend klingende Einladung, im Wissen um die Schrecken der kolonialen Vergangenheit zusammenzukommen, um die Welt zu einem helleren Ort zu machen.

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Batida
Neon Colonialismo
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