Review

Blu & Exile

Miles

Dirty Science • 2020

Acht Jahre nach dem letzten gemeinsamen Album melden sich Blu & Exile als Duo mit »Miles« zurück. Während »Below The Heavens« und »Give Me My Flowers While I Can Still Smell Them« so ziemlich sofort zu Untergrund-Klassikern geworden sind, wird sich die aktuelle Platte wohl schwerer tun. Amerikanischer Hip-Hop ist schon lange übersättigt, Newcomer sprießen jeden Tag aus allen Ecken des Internets. Ein neues Album von zwei Veteranen kann da schnell mal untergehen. Gerade mit 24 Anspielstationen fallen Blu & Exile aus dem Zeitgeist heraus, riskieren damit aber auch die eigene Relevanz. Es ist und bleibt beeindruckend, wie sich Produzent Exile und Rapper Blu gegenseitig die Bälle zuspielen. Wenige Duos ergänzen sich so gut wie die Legenden aus Los Angeles. Hier wird die Instrumentalisierung sofort mit Text und Thema zusammen gedacht. Die persönliche Entwicklung von Blu spiegelt sich auf diesem Album, gerade auf Tracks wie »The Feeling« kommt mehr und mehr Persönliches durch, er präsentiert seinen Werdegang und die Person, zu der er wurde. Was leider auf der Strecke bleibt, ist die unglaubliche Wärme, die frühere Releases der beiden ausgestrahlt hatte. Die Intuition wird zurückgestellt, das Werk viel genauer durchgeplant. Dass sowohl Miguel als auch Aloe Blacc zwei Kindheitsfreunde der Protagonisten, auf dem Album gelandet sind, ist schön zu sehen. Dass sie nur wenig Eindruck hinterlassen, eher nebensächlich. »Miles« versucht, ein großes Comeback zu sein. Im Fokus des Albums steht diese Geste. Bei aller Schönheit der Beats, der persönlichen Lyrics und dem Zusammenspiel bleibt der große, prachtvolle Moment, der diesem Album Sondercharakter geben könnte, aus.

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Blu & Exile
Miles
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