Review

Carl Stone

Electronic Music From The Eighties And Nineties

Unseen Worlds • 2018

Der »king of sampling« mit einer Auswahl von Stücken aus den 1980er und 1990er Jahren. Carl Stone hatte schon früh Interesse an Live-Elektronik, erkundete dafür Instrumente wie das Synclavier, bevor er zu Computern wechselte und sich von deren Vorzügen überzeugte. Vier lange Stücke, erstmals auf Vinyl zu erstehen, mutmaßlich alle, wie bei Carl Stone häufig der Fall, nach seinen bevorzugten Restaurants benannt, und bis auf »Mae Yao« zuvor zumindest auf CD erschienen. Dem digitalen Charakter seines Equipments entsprechend, klingen manche Nummern fast klirrend klar, besonders »Sonali« mit seinen perkussiven Elementen. Carl Stone bevorzugt ruhige Stimmungen, nicht ganz Ambient, aber fast, schwebende Klänge, durch die so manche Bö fährt, Sample-»stabs«, wie man auf Englisch dazu sagen könnte. Am gemächlichsten fließt »Woo Lae Oak« mit seinen im Ergebnis vielleicht etwas zu lang gedehnten Flötentönen, hektischer dagegen »Mae Yao«, das zugleich die interessanteste Entwicklung von nervöser Cut-Up-Collage hin zu wolkigen Gamelan-Fragmenten durchläuft. Überwältigungsmusik will das selbstverständlich nicht sein, umgekehrt bleibt Carl Stone am Ende eine Spur zu zerebral für die ganz große Euphorie. Gleichwohl faszinierend konsequent.


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