Die Zukunft hat etwas Nostalgisches an sich. Hear me out. Wenn Filme aus vergangenen Dekaden Bilder vom Morgen zeigen, benutzen sie häufig prädigitale Technologien, vermitteln nahezu Optimistisches, Utopisches. Schließlich haben wir, gerade politisch, aus der Vergangenheit gelernt, oder? Das ist, weil man hinterher immer schlauer ist, leicht naiv, aber diese eröffnete Parallelwelt fasziniert die von Rückschau und Nostalgie besessene Popkultur heute mehr denn je. Gerade in einer Zeit, in der die Zukunft so ungewiss ist wie nie zuvor.
Auch das ist eine Erklärung für das kleine Revival eines Sounds, der Ende der 1990er-Jahre v.a. als Soundtrack für (futuristische) Rennspiele diente. Von Breakbeats über Rave, Techno bis Trance und House. Dieses Gemisch an Dance-Musik war damals noch immer relativ jung und strahlte Zuversicht aus. Wenn im Future-Racer wipE’out“ Polygongleiter in Highspeed durch und über Landschaften wie Strecken rasen und dabei metallische, leicht kratzige und über sich stolpernde, breakige Tracks von Tim Wright durch die Lautsprecher des Röhrenbildschirms knallen, geben sie uns ein Versprechen. Es ist okay, sich daran zu erinnern, was das für ein Versprechen war, wenn wir diese pumpenden, euphorischen Stücke heute vom Plattenteller hören. Und es ist auch in Ordnung, dass man sich von der Zukunft etwas mehr erhofft hat. Aber noch ist ja etwas Zeit. Und bis dahin, zischen die Hi-Hats in Tracks wie »Tentative« um die Wette. Und bringen uns hoffentlich als Erste ins Ziel.

Wipe'Out' - The Zero Gravity Soundtrack Volume 2