Höher, schneller, weiter, mehr! Nach dem Mercury-Prize-nominierten Debütalbum legt der schottische Multiinstrumentalist, Produzent und Komponisten Liam Shortall alias corto.alto auf Some Small Fortune so richtig nach. Neben den wohl fähigsten Jazz-Musikern Glasgows als Backing-Band lud er sich eine ganze Reihe VokalistInnen ins Studio und ergänzt seine eh schon diverse Klangpalette locker um ein paar weitere Genres. Für das opulente Intro braucht es natürlich ein klassisches Streichquartett, bevor anaiis das intensive »April« zu einer futuristisch-jazzigen R’n’B-Ballade veredelt. Die treibende Single »Go« erinnert mit dem Gast-Rap vom nigerianischen MC Vector dann an Roots Manuva auf einem J-Dilla-Beat, nur um mit dem anschließenden »Nothing« (featuring Eriff) das aufgebaute Tempo sofort wieder komplett rauszunehmen.
Doch der nächste Bruch folgt auf dem Fuße, denn mit »Don’t Listen« wird mit fetten Bläsern Partystimmung verbreitet. Bis zum letzten Stück mit Jacob Alon ist das zweite corto.alto-Werk ein wilder Ritt durch verschiedenste Stimmungen und Musikgenres mit stellenweise fast zu vielen Ideen pro Song. Obwohl dadurch nicht gerade ein in sich schlüssiges Album entstanden ist, sind es gerade diese Unvorhersehbarkeit und die extreme Vielseitigkeit, die den Reiz von »Some Small Fortune« ausmachen. So disparat die einzelnen Stücke auch klingen mögen, es gelingt doch immer wieder, den warmen Sound analoger Instrumente mit elektronischen Maschinenklängen zu verschmelzen und zugleich sehr sorgfältig auch auf die kleinsten Details zu achten.

Some Small Fortune