Review

Daedelus

Drown Out

Anticon • 2013

Brainfeeder-Mitglied, Dublab-Affiliato, Table Top-Gamer, Rampensau im viktorianischen Zwirn, über ein Dutzend LPs und EPs auf dem Rücken: Der aus Los Angeles stammende Produzent Daedelus ist ein Solitär innerhalb der Beattüftler-Riege. Das Release seines neuen Studioalbums findet wieder in seiner kalifornischen Heimat statt, es kommt bei Anticon heraus. »Drown Out« heißt das gute Stück. Daedelus leistet auch auf diesem, was er wie kaum ein Zweiter beherrscht: Er bringt divergierende Sound-Versatzstücke mit einer Kunstfertigkeit zur Einheit, die man woanders lange suchen muss – spielerisch, ohne allzu verkopft rüberzukommen. Melodien zwischen eingängig und abwegig, fesselnd und losgelöst zugleich, treffen hier auf unverbrauchte Samples und Drumkulissen, die sich aus elektronischen Tüfteleien und Breakbeats speisen. Das Album liefert dabei einen Brückenschlag zwischen seinen früheren Releases und den beiden LPs, die er auf Ninja Tune herausgebracht hat. Bei »Drown Out« ist der Jazz nicht ganz so vordergründig präsent wie zu »A Gent Agent«- oder »Exquisite Corps«-Zeiten. Dafür verweisen die nervös-frickeligen Beat-Experimente wieder zu diesen zurück. Stücke wie »Tiptoes« und »At Attentions« sind energetisch und meditativ zugleich, und über allem liegt ein Schleier leiser Melancholie. Selbst in dieser geht Daedelus akribisch und manisch auf. Daher ist die Scheibe in ihren besten Momenten wohl auch so gut.

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Daedelus
Drown Out
ab 4.50€