Review

Dave Dub

The Treatment

Stones Throw • 2012

Ein weiterer Künstler feiert sein Debüt auf Stones Throw und bringt dem Label wieder etwas Hip Hop-Atmosphäre zurück. »The Treatment« ist allerdings schon das sechste Album des MC aus Kalifornien der seit Anfang der 1990er Jahre die Hand am Mikrophon hat. Stilistisch lässt sich Dave Dub in den Sound von Project: Blowed oder den Living Legends einordnen, wobei ein Dr. Octagon aka Kool Keith und Edan genauso vergleichbar wären. Eine düstere Mischung mit wirren Samples und ebenso obskuren Lyrics ummanteln dieses Album, welches den Hörer auf einen psychodelischen Mindfuck-Trip mitnimmt. Allgemein schleppen sich die Tracks zum Großteil eher träge wie ein Zombie über die Platte, wobei die Raps vom Tempo gelegentlich variieren und die seichten Einleitungen auch gerne abrupt unterbrochen werden. Lauscht man in der einen Minute gespannt den Geschichten, wird man in der anderen mit abstrakten und schwer nachvollziehbaren Zeilen aus dem Kontext gerissen. Zwischendurch reiht sich auch das ein oder andere Instrumental ein, aber all das macht dieses Album zu einer Art Erlebnis und sowas findet man heutzutage nicht mehr an jeder Ecke. Dazu kommt der Neunziger-Flair hinzu, sowohl von Dave’s Reimfähigkeiten als auch vom Sound. Als hätte man RZA’s Liquid Swords mit Kool Keith’s Dr. Octagonecologyst gemischt und noch eine Priese Madlib’schen Wahnsinn dazu gestreut. Allerdings hat Madlib mit den Produktionen nichts am Hut, obwohl eine Kollabo interessant wäre. Verantwortlich dafür ist Tape Mastah Steph der hier wirklich einen großartigen Job abliefert und maßgeblich daran beteiligt ist für diesen gedanklichen Höllentrip. Letztendlich muss man sich auf »The Treatment« einstellen und wissen, was einen erwartet. Fakt ist aber, das endlich wieder authentischer Underground Rap wie vor zehn Jahren an die Oberfläche gelangt. Das tut nicht nur Stones Throw gut, sondern auch der Szene.