DFRNT

Fading

Echodub • 2012

Mit seinem musikalischen Schaffen hat sich der Schotte Alex Cowles voll und ganz der Deepness verschrieben. Schon bald nachdem der 29-jährige vor etwa 7 Jahren anfing, Dubstep unter dem Namen DFRNT zu produzieren, fand er seine Komfortzone im atmosphärischen Spektralbereich des Genres. Seitdem hat er seine Soundpalette erweitert und bastelt inzwischen Tracks, die irgendwo zwischen Dubstep, Dub Techno, Deep House und Ambient zu verorten sind. Diese Diversifikation dokumentiert DFRNT nun mit seinem zweiten Album »Fading«, in dessen Verlauf sich die stilistische Bandbreite nach und nach entfaltet – vom dronigen Opener »Silent Witness« über den Halfstepper »Cruise« bis zum breakigen Basskoloss »Our Little Secret«. Die unterschiedlichen Stücke verbindet dabei eine auffallend homogene Stimmung, die umso bemerkenswerter ist, als dem Album laut Cowles kein übergreifendes Konzept zugrunde liegt. Folglich ist der Gesamteindruck „aus einem Guss“ wohl schlicht auf die teils ähnliche Machart der weitgehend relaxten, Dub-getränkten Tracks (z.B. DFRNTs großzügiger Gebrauch von Reverb) sowie das raffinierte Tracklisting zurückzuführen. Was einerseits angenehm bruchlos wirkt, bedingt leider zugleich den Schwachpunkt von »Fading«: seine Längen. So verlangt etwa das elfminütige »Prism« dem Hörer Einiges ab, will dieser bei der Stange bleiben während sich der Groove allmählich (fort)entwickelt. An sich nicht weiter tragisch, doch auch die übrigen, von Cowles Vorliebe für epischen Aufbau geprägten Stücke können bisweilen Geduld erfordern. Wer aber die nötige Ausdauer mitbringt, dem erschließt sich »Fading« als herrlich tiefgründiges Album, dem die uncharmante Typisierung einzelner böser Zungen als »Café Del Mar für die Dubstep-Generation« nicht annähernd gerecht wird.