Review

Eaves

As Old As The Grave EP

Heavenly Recordings • 2014

Alkoholismus und Tod, Apathie und Frust – mit solchen schweren Themen stellt sich das junge Songwriting-Talent aus Leeds der Musikwelt vor. Entsprechend melancholisch, aber auch sehr poetisch und einfühlsam klingen die drei Songs. Die Stimmung der Lieder mag sich ähneln, doch die musikalische Umsetzung ist stets eine andere. »As Old As The Grave« ist das einzige Stück, das mit einer kompletten Band aufgenommen wurde. Entsprechend dynamisch und nuanciert hört sich die Auseinandersetzung mit dem eigenen Alkoholkonsum an, wobei Fleet Foxes und Midlake in der Ferne über den Atlantik winken. »Timber« besteht dann nur aus Eaves Stimme und einem Piano. Ähnlich reduziert und fragil präsentiert sich auch das dritte Stück, nur dass in »Alone In My Mind« eine Akustikgitarre anstelle des Pianos erklingt. Dieser letzte Song ist Mannington Bowles gewidmet, der einen Akt der Zivilcourage mit seinem Tod bezahlen musste. Wegen der kurzen Spielzeit ist die EP zwar eher eine Single mit doppelter B-Seite, trotzdem erkennt man in diesen knapp 12 Minuten sowohl das Talent und die Inspirationsquellen als auch das Potenzial des jungen Künstlers. Somit ist diese knappe, knackige EP eine überzeugende Visitenkarte, die Eaves einige Aufmerksamkeit sichern sollte.