Review

FaltyDL

In The Wake Of Wolves

Central Processing Unit • 2024

Als der Amerikaner Drew Lustman Ende der 2000er mitbekommen hat, was in britischen Kellern in Sachen Bass, Dubstep oder Rave gebastelt wurde, gönnte er sich und uns eine vom Rap inspirierte Garage-Variante, die für mindestens fünf Jahre Pflichtkäufe generierte. Aber was tun, wenn das Genre, mit dem man bekannt wurde, nicht mehr en vogue ist? Lustman sprang als FaltyDL von Label zu Label, besuchte Studio Barnhus, Swamp81 oder Ninja Tune und bewegte sich von klassischem House über Ambient-Experimente und einem wenig geglückten Psych-Folk-Album zu seiner jetzigen Genre-Destination. Und womöglich seiner besten.

Auf Central Processing Unit garniert er kristallklare Electro-Beats mit schroffen Breaks, lässt fast liebliche Melodien ihr eigenes Spiel spielen, während Industrial-Einflüsse regelmäßig frech von der Seite reinkrachen. Das sind gelernte Sounds, und Innovationspreise müssen die anderen verdienen, aber zappelige Tracks wie »Minds Protection« haben die frühe Warp-Schule mit Bestnoten verlassen, während sich ein Andy Stott bei »Forget Me Not« fragen dürfte, wieso er auf den Track nicht selbst gekommen ist. Gelegentlich mutet das Vergnügen etwas kurz an, und manchen Tracks hätte mehr als nur der Skizzenstatus gestanden, deshalb bleibt zu hoffen, dass sich »In The Wake Of Wolves« auch als eine Art Teaser versteht und Lustman endlich in seinem Sound angekommen ist.