Review

Goth-Trad

New Epoch

Deep Medi Music • 2012

Bass-Musik, der Familienname, auf den man sich im Laufe der Zeit geeinigt hat, um den längst überholten Begriff Dubstep endlich loszuwerden, findet sich ebenfalls in etlichen Sätzen der Ein-Mann-Armee Goth-Trad wieder. Und so weitläufig, wie man den Begriff eben auch auswellen kann, so nutzt ihn Goth-Trad eben auch als Spielfeld. Die Tracks auf »New Epoch« klingen meist wie gerade eben erst begonnenes Experiment. Und das findet auch Bestätigung im Werdegang des Japaners. War sein zweites Album »The Inverted Perspective« doch gerade auf Performanz und Experimentieren angelegt, so findet sich das Alles in »New Epoch« wieder. Auf diesem Album sind all die Dinge versammelt, die Goth Trad in zehn Jahren Produzieren, Touren und Remixen gelernt und verinnerlicht hat. Das Spontane ebenso wie die Klarheit und Stringenz seiner Produktionen. »New Epoch« ist dunkel, aber nie undurchsichtig. Es ist ein Zen-artiges Dark-Bass-Album, was Einflüsse aus Ambient, Dubstep und aus Technoider Bass-Music in sich vereinigt. Goth-Trad beweist hier die Weitsicht, die eben einen Begriffwechsel hin zu Bass-Musik völlig schlüssig erklärt. Mal klassisches Wabern, wie in »Babylon Fall«, mal technoide Klarheit wie in »Departure«, mal Zen-inspirierte Sinnlichkeit wie in »Strangers«. Mit »New Epoch« ist Goth-Trad genau dieser Einblick in die eigene Persönlichkeit gelungen, nach dem alle Produzenten suchen. Und dieser Rückblick endet sinngemäß mit »New Epoch«. Das Unbekannte, neue beginnt eben genau jetzt.