Julia Stone

The Memory Machine

Flock Music • 2011

Geradezu befreit macht sich Julia Stone’s Stimme auf dem Opener This Love Platz, lotet ihre vokalen Grenzen aus, verschafft sich Luft. Man kommt nicht umhin die erste Soloplatte, der sonst nur mit ihrem Bruder Angus veröffentlichenden Australierin, im Kontext mit dem nunmehr ein Jahr alten Down the Way zu hören. Eine überraschende Platte, hatten Angus and Julia Stone es doch geschafft nach Jahren eher belangloser Befindlichkeitsmusik ein Album voller gut arrangierten Popsongs und einigen großen Melodien, die sich zwischen den beiden einprägsamen Stimmen aufspannten, reiben und ausleben konnten, zu produzieren. Dieser eine Pol, Angus, fällt auf The Memory Machine nun weg und Julia steht ganz alleine im Streicher- und Gitarrensturm. Der verkommt streckenweise (My Baby) zu Kuschelrock, behauptet sich aber über weite Strecken als treffsicherer Popsong (This Love und Where Does The Love Go) oder gar Belle-and-Sebastian-Reminizenz (Catastrophe). Songs, die wie ein Kommentar, wie eine vergessene Zeile aus Down the Way wirken. Julia Stone hilft der Erinnerung auf die Sprünge und macht gespannt auf das nächste Angus and Julia Stone-Album.