Review

K-X-P

III Part I

Svart • 2015

Das Sakrale ist wieder in den Kanon der popkulturellen Inspirationsquellen eingezogen. Nicht erst seit den Chorälen von Oneohtrix Point Never oder den Orgel- und Sitar-Klängen vom Gaslamp Killer sind spirituelle (und damit zunehmend ebenfalls christliche) Einflüsse en vogue – auch abseits der uncoolen Eso-World-Music. Timo Kaukolampi (das »K« im Bandnamen) hat sich mächtig von spiritueller Musik aller Weltreligionen für das dritte Album seiner selbst ernannten Anti-Band inspirieren lassen. Zusammen mit Tuomo Puranen (das »P«) und den alternierenden Drummern Tomi Leppänen und Anssi Nykänen (die beiden teilen sich das mysteriöse »X«) hörte er aber auch noch jede Menge alten Techno und Ambient sowie das neue Mayhem-Album (»Gott sei Dank, halleluja!«, möchte man an dieser Stelle als Nichtgläubiger wohl ausrufen). So ist »III Part I« gewissermaßen sakrale Musik mit satanistischen Vorbildern und durchstampfender Bass-Drum. Und genau wie bei Techno-Tracks und Kirchenliedern sollten die Texte nicht allzu sehr im Vordergrund stehen. Soll heißen: Gesangseinlagen wie in »Space Precious Time« sollten auch auf dem zweiten Teil von »Part III«, das am Jahresende erscheinen soll, nach Möglichkeit minimiert werden. Ansonsten kann ich diesem teils meditativen, teils enervierenden Finnen-Psychedelica nur meinen Segen geben.