Review

MC Yallah

Yallah Beibe

Hakuna Kulala • 2023

Es gibt MCs, die leichtfüßig über einen Groove flowen können und solche, deren Silben als tonnenschwere Brecher auf den Beat draufklatschen. MC Yallah tut beides und das dann auch noch rhythmischen Grundgerüsten, die selten konventionellen Standards folgen. Seitdem die kenianische, mittlerweile in Kampala lebende Rapperin im Jahr 2018 nach längerer Karrierepause wieder aktiv wurde, hat sie vor allem mit dem französischen Produzenten Debmaster zusammengearbeitet. Der hat auch für »Yallah Beibe« für den Nyege-Nyege-Ableger Hakuna Kulala ein paar seiner basslastigen Tracks beigesteuert, weiteres Material stellten DJ Scotch Egg – hinter unter dem Pseudonym Shigge – und der kongolesische Allrounder ChrisMan zur Verfügung.

Zusammen mit zwei Feature-Tracks mit everyone’s favourite Cybergrind-Kreischer Lord Spikeheart und dem ugandischen Dancehall-Sänger Ratigan ergibt sich ein dezidiert internationales und stilistisch nuanciertes Bild. Zusammengehalten wird es, eh klar, von Yallahs tänzelnder Wucht am Mikrofon. Selbst der vergleichsweise unauffällige Opener »Sikwebela« wird durch ihre rhythmisch akzentuierte Performance mit viel Drive aufgeladen und ist dann doch nur eine Aufwärmübung für das Kommende. Yallah monologisiert nicht einfach Takt für Takt vor sich hin, sondern dialogisiert mit der Musik. Ob in einer Call-and-Response-Schema (»Miniboss«) oder als agiler Kontrapunkt (»Sunday«) lässt sie Dynamiken entstehen, die die bisweilen abenteuerlichen Beats mit zusätzlicher Spannung aufladen. Far out und doch immer on point: Yallah eben.