Vorsicht, es wird soft! Nachdem das geklärt wäre, weiter in der Sache. The Milky Way nannte sich ein Projekt japanischer Studiomusiker, die der Multiinstrumentalist Makoto Matsushita versammelt hatte. 1979 entstanden, zeigt es in sonnig-zurückgelehnter Gestalt das Produktionsniveau der 70er-Jahre von seiner schönsten Seite. Clean im Klang wie Steely Dan, obendrauf mit demselben Laid-back-Groove, kombinieren die zusammengestellten Songs einen sehr sanften Fusionsound mit Anklängen an lateinamerikanische Musik.
Der Großteil sind Coverversionen, von Antônio Carlos Jobims »Wave« mit seinen elegant mäandernden Harmonien und vornehm verschachtelten Rhythmen über »Harbor Lights« von Boz Scaggs, das vier Minuten wie eine im Hafen liegende Yacht vor sich hin schaukelt, um mit einem Samba-Finale dann noch einmal kräftig Fahrt aufzunehmen, bis zu »Surfin’ Summer ‚La Costa‘« von Linda Williams und Natalie Cole mit Flötenintro, Backgroundsängerinnen und herrlich chromatischen Akkordfolgen. Die unaufdringliche Stimme Matsushitas trägt die Arrangements, teils von ihm, teils vom Pianisten Kazuo Nobuta erstellt, und sorgt für zusätzlichen Zusammenhalt.
Denn Summer-Time Love Song wirkt dafür, dass die Musik querbeet geliehen ist, erstaunlich rund. Die Sache ist so abgehangen, dass sie bei stark abenteuerhungrigem Publikum eine ähnliche Wirkung zeigen könnte wie eine im Alleingang verzehrte Schachtel Pralinen. Alles eine Frage der Dosierung. Ernsthafte gesundheitliche Bedenken bestehen keine. Dafür ist die Platte viel zu gut.

Summer-Time Love Song