Mystic Jungle

Night Of Cheetah

Periodica • 2018

Mystischer Funk aus Neapel. Der Produzent Dario di Pace alias Mystic Jungle ist ein schönes Beispiel dafür, dass man als Musiker die Frage, ob das, was man hervorbringt, nun der Zukunft oder oder doch eher der Vergangenheit zugewandt ist, elegant umschiffen kann. Man braucht bloß einen frischen Zugang zu Vertrautem, um sein eigenes Ding zu legitimieren. Auf seinem Solodebüt »Night of Cheetah« – er leitet ansonsten das artverwandte Projekt Mystic Jungle Tribe – etwa geht es balearisch zu, Italo-Disco fatta in casa gehört selbstverständlich auch zu den Grundzutaten. So weit, so stilecht. (Das Synthesizer-Solo von »Psychic Voodoo« bräuchte ich persönlich jetzt nicht noch obendrauf, fällt aber andererseits nicht groß unangenehm auf.) Allerdings ist »Night of Cheetah« keine bloße Genreübung, sondern nimmt sich alle Freiheiten, die der eigenen Botschaft oder Laune zuträglich sind. Schon die Einleitung »Enter the Night« erinnert eher an die Frühphase akademischer elektronischer Musik als an ein Intro für ein Clubalbum. Seltsame Weltraumexkursionen und diverse unorthodox-kaputte Sounds zwischen Boogie-Rhythmen passen da ebenso mühelos hin wie die Elektro-Funk-kantigen »Glitter Games«. Ist heute genau das Richtige.

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Mystic Jungle
Night Of Cheetah
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