Review

Nkono Teles

Love Vibration

Soundway • 2023

Als Produzent und Arrangeur prägte Nkono Teles den Sound Nigerias in den 1980er-Jahren wie nur wenige andere. Von King Sunny Adé über Feladey bis zu Sonny Okosuns und noch weiteren reicht die Liste derer, die Teles anheuerten, der als einer der ersten Musiker:innen in Nigeria mit Drumcomputern arbeitete.

Nkono Teles, der aus Kamerun stammte, wo er 2011 starb, kam war Anfang der 80er nach Lagos gekommen. Tony Allen engagierte ihn für seine neue Band, nachdem er sich von Fela Kuti getrennt hatte. Allerdings kam das Projekt nicht zustande. Der Musiker Steve Black riet Teles, der bis dato vor allem auf kamerunische Musik wie Makossa spezialisiert war, auf Funk umzusteigen, Cameo und The Crusaders standen dabei Pate. Den neuen Sound und die Möglichkeiten, die sich aus dem Einsatz elektronischer Instrumente ergaben, eignete sich Teles nicht nur mit künstlerischem Erfolg an. Als Session-Musiker machte Teles in Lagos schnell Furore und begann bald, auch kreativ einzugreifen, was ihm bald regelmäßige Arbeit als Produzent eintrug. »Love Vibration« präsentiert nun eine Auslese aus seinen drei Solo-Alben sowie ein Instrumental, das er für die Sängerin Jane Coleman geschrieben hatte.

Neben seiner Arbeit als Produzent und Arrangeur veröffentlichte er auch drei Alben unter eigenem Namen. Klanglich sind sie deutlich in den 80ern verortbar, allerdings klingen sie auch heute angenehm frisch, nicht nur weil der seinerzeit nicht nur in Nigeria enorm populäre Boogie-Funk in der ganzen Reissue-Welle der vergangenen zehn bis 15 Jahre ein wenig unterging.