Review

Odesza

In Return

Counter Records/Ninja Tune • 2014

Millionen von Klicks bei Spotify, Streams bei Soundcloud, Anfragen von Adidas und GoPro – das Duo Odesza aus Seattle ist mit dem zweiten Album dort, wo es nicht viele Musiker hinschaffen. »In Return« heißt die neue Platte von Harrison Mills und Clayton Knight und startet genau auf den Punkt. Beats, die wie Hände klatschen, rollen über grüne Wiesen, während am sepia-eingefärbten Himmel die Sonne verschwindet. Ein paar Synthies, ein verzerrtes Vocal-Sample, fertig. Nicht nur für den Track, sondern für das gesamte Album. Denn viel mehr passiert auf »In Return« nicht, die Dynamik bleibt gleich unentschlossen, selbst wenn »Koto« mal ein paar andere Kniffe versucht. Dagegen kommt dann ein Stück wie »Sundara«, dass sich mit jedem Ton mehr nach unscharfem Instagram-Sonnenuntergang anhört. Zum Dahintreiben passt das hier alles, aber irgendwie fehlt dem Sound von Odesza hier etwas, das Ecken und Kanten hat, oder zumindest mal einen Eindruck hinterlassen würde. Denn für ChillOut ist hier zu viel Beat dran, für LeftField ist das zu sehr in der Mitte, für EDM zu flach. Selbst mit Features von Sängerinnen wie Zyra oder Py bleibt einfach nicht hängen. Jeden Song schleifen Odesza schon vorab konform für die Massen zusammen, sodass am Ende ein Album bleibt, das mehr kann, aber nicht mehr will. »Say My Name« dürfte durchaus noch mehr aus der Hüfte kommen, sich tiefer eingraben in seinen Rhythmus, doch bleibt nur das Gefühl, dass da gleich ein Turnschuh oder Energydrink passend zur anstehenden Festivalsaison durch das Bild fliegt. Bloß keinen Ärger machen. Allerdings würde in dieser Klanglandschaft ein paar Wolken alles andere als schaden. Muss ja nicht gleich ein Donnerwetter sein. Aber auf einen Sommerregen ließen sich sicher auch Odesza ein.

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ODESZA
In Return
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