Mit der Musik von Pablo’s Eye erstrahlt jede wattierte Dunkelkammer in den schillerndsten Farbkompositionen, die das Zwielicht hergibt. Seit 1989 arbeitet das offene Kollektiv rund um Axel Libeert nun schon um stehende Töne, Atmosphären, sanfte Beat-Fetzen und verhuscht-stoische Vocals leichtfüßig herum. Auf dem aktuellen Album Everything You Give Away klingt diese Melange fast schon überraschend konkret und andockend an den diffusen Kanon des experimentellen Songwritings. Die Art und Weise, wie Marie Mandi die Texte des Kollektiv-Buddies Richard Skinners intoniert, pocht in perfekt sanftem Puls zu den klangwolkigen Fluchtwegen, die die weiteren Musiker:innen schichten und staffeln. Dass Pablo’s Eye auch schon auf Swim ~, dem Label von Colin Newman und Malka Spiegel, veröffentlicht haben, vereindrücklicht das seelenverwandte Baggern am Unscharfen.
Die Tracks vereinen eine gesamtkunstwerkige Dringlichkeit, die kratzbürstige Destroyer-Qualitäten hat. Hier ist nicht alles Wohlklang, hier pluckert und plockert nichts nur ziellos vor sich hin. Das mitunter radikal Sperrige, der klangliche Weitblick, der Drang, Sounds und Genres miteinander in den Dialog zu bringen, ebnet einer Musik den Weg, die jeder strahlend weißen Galeriewand wie von selbst scharfkantige Raufaser-Serpentinen imprägniert, nur um diese mit verzerrtem Wohlklang gleich wieder abzufräsen.

Everything You Give Away