Review Electronic

Phantom Horse

Primal Forms

Umor Rex • 2026

Das Duo Phantom Horse liefert auf Primal Forms Tracks, die zwischen Ambient, Industrial und experimenteller Elektronik oszillieren und dabei dennoch in sich stimmig bleiben. Auf dem Debütalbum Different Forces (2015) klangen Phantom Horse noch leichter, konventioneller, weniger düster. Elf Jahre später bedienen sich die beiden deutschen Musiker sich einer kraftvollen Soundpalette, die Synthie mit spacigen Tönen, Static Noise und Percussion kombiniert.

Das Cover von Primal Forms ist mit Farbtönen bedruckt, die nahtlos ineinander übergehen. Dieses Muster setzt sich auch in der Musik des Duos um Ulf Schütte und Niklas Dommaschk fort. Die Tracks bestehen aus zahlreichen Spuren, die so übereinandergelegt werden, dass sie in einer vielschichtigen Soundkulisse münden. Jeder Track wirkt wie ein Bild, dem man beim Entstehen zusieht.

»Primal Forms«, der zweite Track des gleichnamigen Albums, beginnt mit einer einzelnen Tonspur, über die sich ein funkenartiges, hohes Geräusch legt. Dann kommen immer mehr Spuren dazu. Wie viele Stücke dieser Platte fängt auch dieses ohne Melodie an; erst nach einiger Zeit legt sie sich über technischen Percussion-Sound. So entsteht komplexe Musik, in der man immer wieder etwas Neues heraushört. Vielfältige Tempi erzeugen vielschichtige Soundbilder, die langen Songs wirken aufgrund ihrer Vielseitigkeit kürzer, als sie es eigentlich sind.