Die Abnabelung Kevin Parkers von seinen früheren Bandkollegen hat eine gute Sache hervorgebracht: Ohne ihn lebt der Neo-Psychedelia-Rock, dem Tame Impala zur Enttäuschung vieler inzwischen abgeschworen haben, in der Musik von Pond weiter. Mit ihrem elften Studioalbum Terrestrials bestätigt die fünfköpfige Band um Nick Allbrook erneut ihr überirdisches Talent für mitreißende Melodien und ekstatische Zustände. Dafür reglementierte sich die Band selbst: »No fuzz pedal. No ballads. No Pink Floyd shit.« Gesagt, getan. In den 37 Minuten durchgängig energiegeladener Beats geht maximal der Closer als Ballade durch, für Schnickschnack bleibt gar kein Platz. Auch endlose, vernebelte Gitarrensoli à la Roger Waters sucht man vergebens. Stattdessen lautet die stilistische Grundidee: »Goths at the pub«.
Der Pond’sche Pub Rock bedient sich daher bei Post-Punk, New Wave und Gothic Rock. The Church, Midnight Oil und Sisters of Mercy lassen grüßen. Einerseits wird sich über menschliche Zerstörungslust aufgeregt und die Verdrängung indigener Lebensräume in Westaustralien angeprangert, andererseits aber auch exzentrisches Außenseitertum Down Under zelebriert. Dass Parker als Produzent und Co-Writer auftaucht, überrascht dann doch – dass es sich dabei um den Song mit den meisten Synths und bpm handelt, dagegen weniger.

Terrestrials Clear Blue Wave Vinyl Edition