Manche Bands entziehen sich jeder Beschreibung. Ferries entziehen sich gleich ihrer eigenen Existenz. Passend dazu lässt sich auch ihr zweites Album Eye Wander kaum in Worte fassen. Denn zwischen dem letzten Acid-Trip und der dazugehörigen Out-of-Body-Experience schlängelt sich das Album durch ein Universum spiritueller Sounds, verquerer Rauschträume und musikalischer Ideen, die einen unmittelbar wieder davonträumen lassen. Ferries verzichten dabei konsequent auf klassische Songdramaturgien: Tracks dauern mal eineinhalb, mal über zehn Minuten, manche wirken wie Skizzen, andere wie ausgedehnte Bewusstseinsströme. Das Album verlangt weniger nach einzelnen Highlights als nach Hingabe an seinen Fluss.
Gerade darin liegt seine besondere Relevanz: Zwischen Dub, Krautrock und frei mäandernden Psychedelika entsteht ein Sound, der sich jeder eindeutigen Zuordnung verweigert und gerade darin seine größte Stärke findet. Während viele aktuelle Produktionen auf Wiedererkennbarkeit und klare Kategorien setzen, kultivieren Ferries das Gegenteil: Offenheit, Irritation und den Mut, Musik als Zustand statt als Produkt zu begreifen. Eye Wander erinnert dabei gleichermaßen an Vergangenes wie an etwas, das erst noch kommen könnte. Damit beweist die Band einmal mehr, dass manche Platten gerade deshalb lange nachhallen, weil sie sich jeder eindeutigen Beschreibung entziehen.

Eye Wander