Elf Minuten und ein Overkill an Ideen – und doch bleibt beim Hören ein Gefühl, nur fragmentarisch zu erfassen, was in diesen zehn Songs steckt. Magazine, das zweite Album der Experimentalrockband YHWH Nailgun aus Philadelphia ist noch verdichteter und wirkt zudem unmittelbarer als ihr Debüt 45 Pounds – das ja immerhin auch doppelt so lang war.
Nach wie vor lässt die vierköpfige Band Math Rock und einen punkigen DIY-Vibe auf Free Jazz-Ästhetik treffen. Dabei clasht viel Disparates, obwohl keines der Stücke länger als 1:20 Minuten ist. Dennoch findet die Band Raum für Verspieltheit. Etwa bei »Sewer Tree«: der geradezu erhaben wirkende, eingängige Melodiebogen zitiert das berühmte Motiv von Led Zeppelins »Kashmir« und reibt sich auf produktive Weise am roh-industriellen Sound des Tracks. Andere Songs, etwa das panisch verstolperte, nur 35 Sekunden lange »Magazine«, enden hingegen abrupt. Vergleichsweise entspannt wirkt das von dubbigem Hall getragene »Innocent Sigh«. So kurz Magazine auch ist: Die Platte wirkt nicht skizzenhaft, sondern erstaunlich entschieden.

Magazine