Review

Salamanda

In Parallel

Wisdom Teeth • 2023

Beim britischen Label Wisdom Teeth von Facta und K-Lone versteht man sich auf die Kunst des kultivierten Lockerlassens. Das ist auch beim neu hinzugekommenen Duo Salamanda so. Für ihr Album »In Parallel« wählen die Seouler Produzentinnen Sala Uman and Manda Yetsuby ruhige Tempi, weiche, warme Klänge, alles harmonisch gefügt, und das Ganze dann auch noch so, dass es nie zu kuschelig gerät. Auf driftende Weise konzentriert und weniger verspielt als etwa vor zwei Jahren »Sphere«, lassen Salamanda die Dinge loslaufen, mal mit sachtem Beat, mal ziemlich ohne, schichten unauffällig durch langsame Verschiebungen ihre Spuren, in denen Marimba-artige Perkussion mit im Hintergrund schleifenden Gesangsloops zwanglose Verbindungen eingehen. Oder glasglockenhell Digitales formt sich zu einem sanft fließenden Gamelanritual wie in »Full of Mushrooms«. Spezifisch asiatische Stile mögen im Einzelnen eine Rolle gespielt haben, falls ja, werden sie jedoch stets in Kombination mit Elementen nicht allzu eindeutigen Ursprungs zum Bestandteil von etwas entschieden Ungreifbaren. Den Club ahnt man bei alldem mehr, als dass er sich mit Nachdruck ins Spiel bringen würde. Wobei eine Nummer wie »Tonal, Fluid« unter Umständen auch für die freie Bewegung von Körpern sorgen kann, muss aber eben nicht. Wieder so ein Fall für die gleichschwebende Aufmerksamkeit beim Hören. Diese Musik will scheinbar nichts von einem, hat aber eine Menge zu bieten. Wenn man sie machen lässt.