Review

Stacks

Want

Knekelhuis • 2024

Stacks sind die Brüder Jan und Sis Matthé, die von Antwerpen aus der Vergangenheit frönen. Oder, wie es der Pressetext ausdrückt, »versuchen, Sinn in eine brennende Welt hineinzusingen«. Das wirkt ein bisschen arg theatralisch, nach dem ersten Takten von »Want« aber keineswegs überzogen. Dramatische Chöre, das pathetische Timbre im Gesang und das dunkelviolette Moll der Stücke lassen wenig Platz für Humor. Als selbstmitleidige Trauerklöße sollte man Stacks aber nicht abtun, ihrer Musik wohnt meist auch Hoffnung inne, die sich jedoch ohne große Euphorie vermittelt.

Und, das sollte nicht unter den Tisch gekehrt werden, das Brüderpaar schmachtet gerne. Etwa auf »I Want You«, das Achtziger-Synthpop – also rhythmische Gitarrenanschläge und unfassbar kitschige Klavierakkorde – kombiniert. Dazu omnipräsent: Der Hall, der dieses Album zum Spiegelkabinett der Düsterkeit macht. »In Mazes« wiederum liefert epische Momente, in denen der stark Vocoder-verzerrte Gesang in die Stille zwischen den Synths stößt. Die musikalischen Vorbilder von Stacks finden sich in den Achtzigern. Besonders evident wird das im durchaus einnehmenden »Is It Ever«, dessen Refrain wie eine Hommage an Depeche Mode, die Pet Shop Boys und Konsorten anmutet. Dass sie auch Uptempo beherrschen, zeigen die Antwerpener auf dem stärksten Stück des Albums, »On The Heels«, auf dem sich Hymnencharakter und Melancholie fein austariert die Waage halten. Es sind diese Momente des Spagats, die an Stacks faszinieren.

Im HHV Shop kaufen
Stacks
Want
ab 27.99€