Review

Takako Mamiya

Love Trip

Universal Music Japan • 2020

Ein Album only, scheint für eine Reihe von Künstlern und Bands zu gelten. Was dann oft erklären hilft, warum sie in der Regel deutlich weniger sichtbar sind als ihre anderen Kollegen. Denn die haben meist dank fleißiger Veröffentlichungsroutine genug Markenpflege betrieben, was bei den One-Record-Wonders naturgemäß nicht so gut klappt. Auch die japanische Sängerin Takako Mamiya gehört in diese Kategorie, das zugehörige einzige Album »Love Trip« von 1982 ist jetzt zumindest in Japan wieder aufgelegt worden. City Pop nennt sich das Genre, dem diese sanft perlenden Funk-Pop-Nummern zugerechnet werden. Diese japanische Variante des AOR war in den Achtzigern sehr beliebt, mutmaßlich unter Großstadtbewohnern, verlor aber irgendwann wieder an Popularität. Den westlichen Vorbildern erging es ja ähnlich. Wohl ein weiterer Grund, warum »Love Trip« ein paar Jahrzehnte warten musste, bis es nachgepresst wurde. Was allerdings eine gute Tat ist, denn diese asiatische Aneignung von R&B und Verwandtem in japanischer Zunge ist so unwiderstehlich wie ein, sagen wir, Schulterpolstersakko von Yamamoto. So kann man mal ein Revival einer Vergangenheit erleben, die man womöglich nie gekannt hat. Darauf einen Batida Kirsch.

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Takako Mamiya
Love Trip
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