»Some people say you only write one song/ And that feels true/ And I do it for you«, singt Kaia Wilson Sängerin und Gitarristin der stilprägenden Queercore-Band Team Dresch im Eröffnungstrack »One Song« über ein treibendes Schlagzeug – und macht gleich mit den nächsten Zeilen klar: Damit ist kein romantisches Gegenüber gemeint, sondern ihr jugendliches Ich – und alle jungen Queers, die irgendwie lost sind.
Furthermore ist das erste Album der Band aus Portland seit 30 Jahren. Ihr Rad – auch das macht dieses mission statement zum Auftakt klar – wollen sie nicht neu erfinden. Aber sie haben – in Originalbesetzung – immer noch drauf, was sie schon damals konnten: knackig-poppige Power-Punk-Hymen mit eingängigen Refrain über Selbstermächtigung, Safe Spaces und die Notwendigkeit zumindest kleiner Revolutionen.
Mit Personal Best (1995) und Captain My Captain (1996) hatten sie seinerzeit zwei legendäre Alben veröffentlicht. Nun liefern Rechtsruck und zunehmende Homophobie reichlich Grund, bei ihren sporadischen Liveauftritte auch neues Material zu präsentieren. »You’re so scared of us – you should be« heißt es, passend dazu in „Growing Underground“. Der Auftakt ist atmosphärisch eher düster, eine Basslinie sorgt für Erdung, bevor sich der Song in einen feurigen Refrain entlädt.
Insgesamt klingt der Sound etwas polierter, die Gitarren kreischen nicht ganz so wild wie früher, und ab und an gibt es sogar leicht postrockige Passagen. Dringlichkeit und Fun bringt das Quintett jedoch immer noch zusammen. Wie schön, dass sie wieder da sind!
