Review

Tete Mbambisa

African Day

As-Shams • 2024

Im vergangenen Sommer verlieh ihm die Universität Kapstadt die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste als Komponist: Tete Mbambisa ist einer der großen Namen des südafrikanischen Jazz, dessen Kompositionen von Bands wie den Blue Notes gespielt wurden. Er begann seine Karriere in den fünfziger Jahren als jugendlicher Leadsänger der Band Four Yanks, bevor er zum Klavier wechselte, das er sich selbst beibrachte. Trotz erster Erfolge in verschiedenen Formationen konnte er in den 1970er-Jahren nur die beiden Alben »Tete’s Big Sound« (1975) und »Did You Tell Your Mother« (1979) unter eigenem Namen veröffentlichen. In dieser Zeit entstand Material für ein komplettes Doppelalbum, das damals auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Der Titelsong, mit knapp 18 Minuten das deutlich längste Stück, hat diesen für den südafrikanischen Jazz typischen, behutsam rollenden Sound mit vorsichtig synkopiertem Klavier und choralartigen Bläsersätzen. Allein dafür hat sich die Archivarbeit des Labels As-Shams gelohnt. Unter den übrigen acht Titeln, auf »African Day« die zwischen gut drei und knapp neun Minuten lang sind, finden sich weitere grandiose Momente, etwa in »Kohinoor«, dessen Melodie und Groove ein wenig an Myriam Makebas »Pata Pata« erinnern. An anderer Stelle orientiert sich Mbambisas Sound gelegentlich an traditionelleren amerikanischen Vorbildern. Was aber nichts daran ändert, dass diese gute Stunde sehr stimmig und sicher swingt.