The Fontanelles

Horns Of Freedom

First Word • 2013

Musicalband? Fontanellen? Muss die Hirnrinde schon matschig sein, bevor man sich hieran wagt, oder ist sie das spätestens nachdem man sich dieses Album zu Gemüte geführt hat? Zum Glück nur ist meine Vermutung zur etymologischen Erklärung des Namens so wenig zutreffend, wie die wortwörtliche Bedeutung des Genrenamens für dasselbe passend ist. Weder fauchende Vierbeiner noch lärmende Schienenfahrzeuge wurden hier vertont. Und doch schnurrt es wie ein Kätzchen und scheppert zugleich wie eine Dampflok. Niemand geringerem als Afrobeat Superstar Fela Kuti wird nämlich mit diesem Album gehuldigt, was zugegebenermassen allein erstmal nichts über die Qualität aussagt. Jedoch lassen sich die Audiospuren dieses Albums detailliert vom legendären Shrine Club in Lagos bis zu den Pforten eines jeden aktuell erfolgreichen Indielabels verfolgen, wie es First Word Records ist. »Criminality« ist ein frisierter Afrobeat Bulldozer, wie man ihn ohne weiteres auf den meisten Ransome-Scheiben hätte unterbringen können. In einer Sekunde von 0 auf 100, mit peitschenden Blechbläsern, die hervorragend die laxen Gitarrenlicks kontrapunktieren. »Gaia’s Revengeq erweitert den stilistischen Rahmen um ein wenig Ethiojazz, und frischt das Klangbild mit modernen Synthsounds auf. In »Too Big« bekommen diese dann die Hauptrolle, indem sie uns auf eine der entspanntesten Verfolgungsfahrten jenseits unglaubwürdiger, melonentragender Celluloidkomissare entführen. Und »Project 31« schmiegt sich mit seinen verträumten Flötenechos und andächtig mahnenden Blechhits geschmeidig in die Dub-Revival Bewegung der letzten Jahre ein. Dass die acht Stücke, trotzdem sie allesamt instrumental sind, nie langatmig wirken, hat vielleicht auch damit zu tun, dass die Scheibe gerade mal 37 Minuten auf die Waage bringt. Live dürfte man mit diesem Material aber die meisten Konzertbesucher schon vor der achten Runde in die Seile gedrängt haben.

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Fontanelles, The
Horns Of Freedom
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