Das Licht ist grell. Der Nebel drückt sich dicht zwischen die sich bewegenden Schatten. Man ist auf einem Konzert, das sich immer weiterbewegt. Ob es nun 1990 oder heute ist, ist eigentlich völlig egal. Solange das Riff passt und die Drums treiben, kann dieses Zeitlosigkeitsvakuum bestehen bleiben. Irgendwo zwischen grell von der Seite einfallenden Bühnenscheinwerfern hört oder sieht man Ty Segall, der mit seinem neuen Album Chrome wieder eindeutig härtere Töne anstimmt.
Nicht, dass er sich zuletzt von starken Gitarren und treibenden Rhythmen verabschiedet hätte, doch seine Musik war zuletzt auch ein bisschen mehr in eine Happy-go-lucky-Richtung gegangen – ohne dass daran irgendetwas schlecht wäre. Jetzt ist aber Chrome da und mit ihm auch wieder die Band: Ben Boye, Evan Burrows, Mikal Cronin und Emmett Kelly, die an der Hälfte der Songs gemeinsam geschrieben haben. Massive Riffs, zwei Gitarren, Fuzz und mit voller Wucht nach vorne drückende Drums machen entsprechend deutlich: Hier ist etwas gekommen, um zu bleiben.
Allein Titel wie »Running to Nowhere«, »Let Go« und »Separation« ergeben ein eigentümliches Bild, das nach Punk riecht und irgendwie auch danach klingt. Vielleicht nicht ganz so roh und ein Stück komplexer durchkomponiert, aber das Gefühl ist eindeutig: nach vorn, durch die Schatten. Sie wollen wieder aufstampfen und den Kopf in den Nacken werfen!

Chrome