Wer die späteren Alben des finnischen Jazz-Saxofonisten Eero Koivistoinen kennt, könnte leicht irritiert sein von diesem Solodebüt aus dem Jahr 1968 mit seinem vogelwilden Mix aus Psychedelia, Progressive Rock, Spoken Word, Comedy Music und finnischer Folklore. Ein bisschen Jazz ist zwar auch dabei, nur kann Koivistoinen eben mehr als nur Jazz, wie er in den Jahren zuvor als Mitglied von Blues Section gezeigt hat, der ersten Prog-Rock-Band Finnlands.
Koivistoinen selbst bezeichnet Valtakunta als »literarisches Album«, weil er darauf mit mehr als einem Dutzend Musiker:innen und Sänger:innen Texte finnischer Poeten vertont. Alle Beteiligten scheinen großen Spaß bei den Aufnahmen gehabt zu haben. Denn manchmal klingt Valtakunta wie ein Disney-Musical, das aus dem Ruder läuft, weil irgendjemand illegale Substanzen in die Getränke der Beteiligten geträufelt hat. Das Album hat alles, was zur Grundausstattung der 60er-Jahre-Psychedelia gehört: Flöte, Sitar, Vibraphon, kakophonische Soundeffekte und wilde Gitarrensoli, die Uropa damals um den Verstand gebracht haben.

Valtakunta Black Vinyl Edition