Der belgische Musiker, Videokünstler und Grafiker Walter Verdin erfährt seit 2018 zahlreiche Reissues seiner frühen Musik. Labels wie Stroom, Cortizona oder sein Imprint Pas De Disx machten seinen eigenwillig tanzenden Synth- und New-Wave-Pop einem neuen Publikum zugänglich. Nun hat er zeitgenössische Künstler:innen gebeten, sein manisch episches Synth-Wave-Agitations-Stück »Minimalize« neu zu bearbeiten. Kein Remix schafft es auf 9:51 Minuten. Aber jeder gibt dem Track einen Charakter fern des Originals.
Viele belgische Künstler:innen finden sich im Line-up. Céline Gillain aus Brüssel zerbricht die Vorlage erst wild, um dann, getragen von ihren Spoken Words, in einem poppigen Trip-Hop-Tune zu enden. Auch Sagat, ebenfalls Brüssel, editiert kapriziös und macht aus allem einen minimalen Dubtrack, in dem der Dub nie zündet. Das seit 1980 bestehende Konzeptkunst-, Performance- und Musikprojekt The Hafler Trio lässt nichts Erkennbares von der Vorlage übrig und verbreitet große Ambientklangkunst. Amsterdams DJ Marcelle kommt mit einem wabernden Bass-Remix daher, und den Hit bringt das US-Duo Peaking Lights mit einem von »I Feel Love«-Vibes getragenen Trance-Edit, das schwer kosmisch wirkt. Zwölf Interpretationen, stilistisch selten minimal, individuell stets maximal.

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