Review Pop

Widowspeak

Roses

Captured Tracks • 2026

Roses, das siebte Studioalbum des New Yorker Duos Widowspeak, erzählt – wie sollte es in Anbetracht des Titels auch anders sein – von der Liebe. Aber es holt nicht zu großen und schwülstigen romantischen Gesten aus, sondern erzählt vermeintlich banale Geschichten direkt aus dem Alltag. In »Wondering« zum Beispiel singt Molly Hamilton von alltäglichen Gedanken in ihrem Brotjob als Kellnerin in einem New Yorker Diner – gewohnt und gekonnt sweet und Mazzy-Star-like.

Roses packt diese alltäglichen Beobachtungen in ein großes Ganzes und erinnert uns, so kitschig das nun klingen mag, an die Schönheit von Vergänglichkeit und Liebe. Das Album ist sanft, noch sanfter als die Vorgänger, und funktioniert in jeglicher Hinsicht reibungslos – das mag vielleicht auch daran liegen, dass Molly Hamilton und Robert Earl Thomas nicht nur beruflich, sondern auch privat ein Paar sind.

Mit Roses bleiben Widowspeak ihrer Linie treu und liefern Dream-Pop mit Indie- und Folk-Elementen. Das Album braucht keine großen Gesten – was mehr denn je funktioniert, ist das Zusammenspiel von Hamiltons Stimme und Thomas’ smoothen Gitarrenriffs.