Der Australier Griffin James beweist: Das kann doch jede*r. Bevor gleich der Vorwurf eines vergifteten Kompliments die Runde macht, soll eine Erklärung nachgeschickt werden. Griffin hat als Sans Merit auch auf seinem zweiten Album vielleicht nicht die wertigsten Gerätschaften um sich versammelt, um seinen noisigen Bedroom-Dream-Pop aufzunehmen, und braucht dafür auch nicht die größten oder plakativsten Melodien. Gemeint ist: In der Musik selbst, zwischen den Tönen und im Detail steckt das, was sie auszeichnet. Und das, was letztlich alles ist, was sich dort zu suchen lohnt. Das Wie als Antwort auf das Was.
Es ist zu wissen, dass die klingelnden Gitarren in »The End« etwas lauter bleiben müssen als der Gesang, der hier eher als Fläche genutzt wird. Es ist zu wissen, dass das ausladende Intro im The-Cure-meets-DIIV-Hit »Civil« einen so hypnotischen Sog erzeugt, dass er das Ganze lieber länger laufen lässt, als man zu Beginn denken würde. Griffin James ist jemand, der dir – okay, dramatisieren wir ein bisschen – vermutlich auch auf einer Blechdose und mit einem Taschenrechner die fuzzy Noise-Pop-Hits der Saison zusammenschraubt, die in seinen Händen mehr als die Summe ihrer einzelnen Teile sein dürfen.

Trolley Polly