Weil kaum eine britische Band momentan einen so großen Hype wie Westside Cowboy erfährt, hab ich die sympathischen Süßmäuse nun schon mehrmals live gesehen; auf Festivals und als Support-Act (für Geese). Ihre Einflüsse will die junge Gruppe keineswegs verstecken, so sind sie bereits zu The Jam – hört man vor allem im bauchigen Bloke-Gesang von Reuben Haycocks – und dem schnörkellosen Pathos-Rock von Bruce Springsteen auf die Bühne gelaufen, haben bereits The Velvet Underground gecovert und dadurch ihre Liebe für schrabbelige Rotzigkeit verdeutlicht, erinnern nicht nur durch die ansteckenden Backing-Vocals von Bassistin Aoife Anson O’Connell an die Pixies. Und dann natürlich der Bandname: Er ist auf amerikanische Weise schlicht und passt zu den simplen, geradezu nackten Rocksongs, mit denen Westside Cowboy ihr Debütalbum It Goes On gefüllt haben.
Die größte Errungenschaft dieser großartigen Gruppe ist jedoch, dass sie – anders als die allermeisten UK-Gitarrenbands der letzten Jahre – weder traurig noch wütend oder desillusioniert rüberkommen, sondern stattdessen positiv und lebensbejahend wirken. Selbst in einem Song wie »Worried Age«, in dem es um Panik und das Träumen vom Tod geht, machen Westside Cowboy mich glücklich. Sie wissen, dass Trübsal zu blasen für Looser ist, und dass es immer noch schlechter geht. »If nothing else, at least I looked alive«, heißt es im Highlight »Pin Up Boys« – und Bassistin O’Connell zieht ihre wortlose »Ahh«-Hook am Ende bis ins Unendliche. Vor allem bei Live-Konzerten hört das Publikum dann nicht mehr auf, mitzusingen. Der Albumtitel sagt alles.

It Goes On Black Vinyl Edition