Fünf Jahre nach seinem letzten Studioalbum veröffentlicht Efdemin mit Poly ein multidisziplinäres Meisterwerk, das reminiszierend auf die vergangenen Dekaden des Techno blickt, während durch konsequente Ausdrucksstärke eine kontemporäre, hedonistische Intimität vermittelt wird. Dadurch bewegt es sich stetig zwischen Tanzfläche und Klanginstallation, wodurch eine Art meditative Balance entsteht.
In seiner Präzision und Klarheit drückt Efdemin in den elf Tracks eine gewisse Eleganz innerhalb der dissonanten, teils abstrakten Klangskulpturen aus – geschaffen durch akribisches Sounddesign und gefühlvolle Arrangements für das bewusste und intime Zuhören. Das Album beginnt mit »Drift«, einem diesigen, fast schleierartigen Track, der anfangs sanft zu schweben scheint, bevor die Sicht aufklart und eine voluminöse Kick hervortritt. Der Titeltrack »Poly« kombiniert kalte, metallene Rhythmen mit verspielten Sequenzen zu einem vibrierenden Klangkörper. »Signal To Noise« bewegt sich zwischen einer warmen Atmosphäre aus Rauschen und zur Decke emporsteigenden, flatternden Artefakten – darunter ein pulsierender Beat.
Die Tracks »Rauris« und »Aachen« verraten durch ihre Namen ihren Charakter: in Musik geformte, ortsgebundene Erinnerungen. »Rauris« drückt sich eher als schwärmende Hommage aus, während in »Aachen« eine schwingende Dissonanz zwischen technoider Beklommenheit und in den hallenden Raum strahlender Wärme herrscht. »Microphase« offenbart sich als berauschendes Synthesizer-Gewitter, bevor »Radical Hope« einen Moment ekstatischen Aufatmens darstellt. »Below The Surface« komplettiert das Album und lässt die Zuhörer:innen, durch eine wehmütige Stimmung entschleunigt, sanft auf den Boden zurückkehren.

Poly

