Vier gewinnt: Bill Orcutt veröffentlicht mit Music in Continuous Motion erneut ein Album, auf dem er vier Gitarren – und nur vier Gitarren – selbst einspielte. Eine Herangehensweise, die er bereits vor vier Jahren mit »Music for Four Guitars« verfolgte. Dabei verbinden sich Punk, Avantgarde, Noise und Post-Rock zu einem fließenden Klang – das Album dauert nicht einmal 30 Minuten.
Die zwölf Songs laufen über und verkeilen sich ineinander. »Is Left Alone« türmt eine Melodie auf, die zwischen zwei Momenten schwankt. Diese Dualität praktiziert der 1962 geborene Orcutt ausgiebig: die Wiederholung als wichtiges Element, die Wiederholung als Entladung von Energie, die Wiederholung als Prinzip.
Wenn »Unfinished Not Fragile« mit einem radiotauglichen Indie-Riff startet, fährt ihm nach zwei Minuten eine andere Harmonie in die Parade, was zum Momentum des Stücks wird. In »Barely there« schmuggelt sich über so einen Augenblick sogar Sehnsucht ein. Orcutt vermisst mit diesem Album die Möglichkeiten der Innenperspektiven. Music in Continuous Motion fühlt sich in jeder Sekunde wie Freiheit an, wie ein Sound, der keine Grenzen kennt. Eine Meditation in vier Gitarren, eine Befreiung.

Music In Continuous Motion