Die Gefahr eines reinen Instrumentalalbums liegt darin, als Hintergrundgeplänkel in die Unbedeutsamkeit zu verschwinden. Für die Allah-Las ist es zwar nicht der erste Versuch, ohne Gesang sinnliche Klangwelten zu schaffen, aber der erste Longplayer dieser Art. Entstanden aus experimentellen Jam Sessions, bewegt sich Sirenas der Band zufolge irgendwo zwischen »carefree beach parties« und »new age meditations« – was im Grunde den vertrauten Sound der vier Musiker aus Los Angeles beschreibt, zunächst aber wenig Innovation verspricht.
Die vor sich hinwippenden Coastal Grooves und lässigen Gitarrenriffs reproduzieren die typische Allah-Las-Leichtigkeit. Dabei folgt Sirenas keinem konkreten Konzept oder Ziel, sondern vielmehr impulsiven Streifzügen und dem Ansatz, nichts überdenken zu wollen. Zwischen spiritueller Empfänglichkeit, Offenheit für das Unvorhergesehene und einer zurückgelehnten Melodik erkunden Allah-Las ihre Klangwelt losgelöst von stilistischen Restriktionen. Große Wellen schlägt dieses explorative Treiben zwar nicht, eher schwappt es sanft an die Küste. Doch inmitten von Dauererreichbarkeit und Konsumwahn gibt man sich dem Vorschlag der Band, die neuen Tracks als »mediations to help navigate the noise« zu verstehen, gerne hin.

Sirenas Black Vinyl Edition
