In ihrem zweiten gemeinsamen Werk übersetzen Violeta García und Hora Lunga laut den Songtiteln Nebenmomente des Reisens in eine dystopische Klanglandschaft. Nach ihrem 2025 bei -ous erschienenen Debüt, weitet 4ever diese vertraute Ästhetik auf eine dunklere, weiträumige Leinwand aus. Wo das Vorgängeralbum I’ll Wait For You In The Car Park mit Überraschungsmomenten im Kleinen verharrte, kippen die Szenen hier ins Epische, mitunter in einen niemals enden wollenden Zusammenbruch.
Aus denkbar reduzierten Mitteln, Garcías Cello, sowie Hora Lungas Synthesizer, Samples und Feldaufnahmen, entsteht ein Klangkörper von erstaunlicher Dichte. Zerbrechliche Melodien treffen auf orchestrale Cello-Gesten, schwerer Bass auf komprimiertes Rauschen. Die Grenzen zwischen Akustik und Elektronik scheinen sich endgültig aufzulösen. Wiederkehrende Motive brechen ab, kehren in Fragmenten zurück, öffnen für Momente ein Fenster aus hellen Synth-Harmonien, bevor sie sich wieder im Schatten zurückziehen. Lediglich die letzten beiden Songs »la ola or i miss u« und »at the terminal but lost« bieten ruhige und teils wunderschöne Ambient-Abschnitte, die zumindest zwei helle Akzente auf die dunkle Leinwand von 4ever setzen.

4ever
