Music Interview | verfasst 31.01.2019
Yasuaki Shimizu
»Ich liebe Musik«
Lange Zeit blieb japanische Musik der Welt verschlossen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Schallplatten, die vor 30, 40 Jahren entstanden sind, können nun auch hierzulande gehört werden. So auch die Werke von Yasuaki Shimizu.
Text Lars Fleischmann , Fotos Yasuo Konishi / © Palto Flats
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Bevor ich im November nach Hamburg zum Überjazz Festival 2018 anreiste, erzählte ich Freundinnen und Freunden, nicht ohne ein erhöhtes Maß an Aufgeregtheit, von der Möglichkeit mit Yasuaki Shimizu reden zu können. Der Name sagte nicht allen etwas. »Das ist der mit der Platte mit der Katze«. Damit konnte man punkten. Yasuaki Shimizu gehört zu jener Riege an Künstlern, die im eigenen Land zwar keine Stars sind, doch in Nicht-Mainstream-Kreisen eine legendenhafte Verehrung erfahren. Der Saxofonist feierte erste Erfolge mit der Gruppe Mariah um sich dann Anfang der 1980er Jahre »selbstständig« zu machen. Hier bedient er musikalischer Felder wie Jazz, aber auch klassische Musik und sogar Library Music – also Musik zur gewerblichen Nutzung z.B. in der Werbung. »Ich bin sicher bekannt in Japan, doch nur bei Menschen, die sich mit Musik auskennen. Die wenigsten kümmern sich mittlerweile um ihr Hörvergnügen.« Dennoch haben sich seine Schallplatten Ende der 1970er Jahre und auch danach noch gut verkauft: »Ich habe mit den meisten Platten gut verdient. Alleine für die Aufnahmen standen 10 Millionen Yen und mehr zur Verfügung.« Das sind nach heutigem Maß ca. 80.000 EUR.

Doch die Platten wurden weder in den Vereinigten Staaten noch in Europa veröffentlicht. So geschah es vielen Musiker*innen seinerzeit. Vielleicht ist der Auftritt des Yellow Magic Orchestra bei der amerikanischen TV-Show »Soul Train« tatsächlich einer der ganz wenigen Momente, in der sich die japanische Popmusik der Weltöffentlichkeit geöffnet hatte – und vice versa. Dabei lebte Yasuaki Shimizu sogar in Europa. Ganze vier Jahre, wenn er richtig zähle, hatte er eine Wohnung in Paris. Die Wege zu seinem favorisierten Aufnahmestudio in London waren kürzer und mit dem David Cunningham, dem Frontmann von The Flying Lizards, pflegte er nicht nur eine Freundschaft, sondern nahm auch mit ihm auf. Der Umstand in Europa gelebt zu haben, so sagt Shimizu, helfe ihm. Musiker*innen aus Japan würden sich in Europa immer erschrecken, das passiere ihm nicht. Nur das Klima sei verwirrend anders, weshalb er befürchte, sich in Hamburg noch zu erkälten. Das sei für einen Saxofonisten immer nervig.


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Es ist 2018 und sie sind einer der Headliner des Überjazz Festivals in Hamburg. Ist es eigentlich komisch für Sie, dass in den letzten Jahren ein Hype um Platten entstanden ist, die mittlerweile 30 Jahre alt sind?
Yasuaki Shimizu: Für mich ist es überraschend, dass die Aufnahmen schon 35 Jahre her sein sollen. Ich komme immer wieder zu meiner eigenen Musik zurück und die klingt für mich immer noch als hätte ich sie erst letzten Monat aufgenommen. Von daher fühlt es sich ziemlich natürlich an.

Seit 2009 konnte man mehr und mehr auch in DJ-Sets die Musik von ihrer Gruppe Mariah hören, so u.a. bei Prins Thomas. Mittlerweile wird Ihr Werk immer weiter erschlossen. Wann haben Sie eigentlich mitbekommen, dass zunehmend auch Menschen außerhalb Japans Interesse an Ihrer Musik zeigen?
Das war ungefähr 2013. Da kam der Regisseur Zachary Heinzerling auf mich zu. Er wollte meine Musik für seine Dokumentation »Cutie and the Boxer« verwenden. Spätestens als der Film für den Oscar nominiert wurde, gab es ein Medienecho und immer häufiger kamen Interessenten aus Film, Fernsehen und der Musik auf mich zu. Heinzerling selbst hatte »Shinzo No Tobira« auf einer Party gehört und war wohl direkt begeistert.

Als Gruppe funktioniert Mariah [sagt Ma-Ri-A]…*
…Sie sprechen das falsch aus: es ist Mariah wie Mariah Carey. Ich mochte den amerikanischen Klang des Wortes…

»Das Leben ist zu kurz, um sich nur mit einem Genre oder einer bestimmten Machart auseinander zu setzen.« (Yasuaki Shimizu) …oh, okay, also Mariah klingt zumindest aus heutiger Sicht ziemlich Post-Punk-y…
Ich liebe Musik. Ich höre jede Art von Musik und Sound. Das Leben ist zu kurz, um sich nur mit einem Genre oder einer bestimmten Machart auseinander zu setzen. Wenn man mich also Jazz-Musiker nennt, dann ist das nicht falsch, aber trifft auch nicht die ganze Wahrheit. Ich habe mich – und damit komme ich zu der Frage zurück – Ende der Siebziger viel mit Post-Punk, aber noch mehr mit New Wave auseinandergesetzt. Einer meiner Favoriten war immer The Flying Lizards.

Ich muss selbstverständlich nachfragen, wie es zum Titel der dritten Mariah-LP, »Auschwitz Dream«, kam?
Ich war 20 Jahre alt und in Japan gab es keine große Aufarbeitung des Krieges. Wir haben den Namen nicht etwa benutzt um auf irgendwas aufmerksam zu machen. Wir haben ihn einfach genommen ohne uns viele Gedanken zu machen. Wir waren Punk und wir wollten subversiv sein.

Ihr Solowerk ist auch in den Fokus geraten. »Kakashi« und »Music For Commercials« wurden in den letzten Jahren reissued. Wie kam es dazu?
Vor drei Jahren kamen Palto Flats, nachdem sie schon »Utakata No Hibi« veröffentlicht hatten, auf mich zu und fragten, ob ich noch andere Musik hätte. Der Mann von dem Label ist sehr interessant und auch sehr respektvoll, deswegen genehmigte ich ihnen die Reissue. Bei »Music For Commercials« war es anders. Crammed Disc hat die Platte schon damals rausgebracht und jetzt halt ein weiteres Mal.

Yasuaki Shimizu - KakashiVinyl LP | ● CD Gerade in den letzten Jahren wurde viel Musik aus Japan wieder aufgelegt. Von Haruomi Hosono, über Ryuichi Sakamoto bis Susumu Yokota und ›Acid Mt. Fuji‹. Was glauben Sie, ist der Grund für die neue Lust an Musik, die tatsächlich schon Jahrzehnte alt ist?
Mir ist das auch schon aufgefallen, aber ich konnte es noch nicht vollends analysieren. Ich glaube jedenfalls, dass es keinen speziellen Grund dafür gibt. Trends sind wie Winde – sie bewegen sich. Mir fallen dennoch zwei Aspekte ein: Erstens ist Japan als Land nun schon länger in Mode. Und andererseits ist die exzentrische Ader der Musiker, die sie genannt haben, eindeutig erfahrbar. Sie haben sich einen Platz, einen Raum, in der Musikgeschichte gesichert.


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