Music Liste | verfasst 05.04.2019
Record Store Day 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Text Sebastian Hinz, Christian Neubert, Andreas Schnell, Christoph Benkeser

Alice Clark – Alice Clark LPWebshop ► LP Es gilt als eines der besten Soul-Alben aller Zeiten. Alice Clarks selbstbetiteltes Album, das 1972 auf Mainstream Records erschien – und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung überhaupt keinen Erfolg hatte. Dabei ist Alice Clarks Stimme die perfekte Mischung aus Liebe, Schmerz, Sehnsucht und Hoffnung. Stücke wie »Never Dit I Stop Loving You« zeigen den vielleicht besten R’n’B, den man noch nie gehört hat. Ein vergessenes Juwel, das WeWantSounds remastert, im original Artwork und mit 20-seitigem Booklet versehen neu auflegt – und der fast unbekannt gebliebenen Sängerin eine längst überfällige Geschichte gibt. (Christoph Benkeser)  

Bob Dylan – Blood On the Tracks – Test PressingWebshop ► LP Für viele Fans ist »Tangled Up In Blue« der beste Song, den Bob Dylan jemals geschrieben hat. Er selbst bezeichnete sein 15. Studioalbum 1975 als Wendepunkt im eigenen Schaffen. Aufgenommen in unterschiedlichen Sessions in New York und Minneapolis, gelangten einige Testpressungen noch vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin in Umlauf. Die alternative Geschichte zu »Blood On The Track« war schneller geboren als Bob Dylan über den Highway 61 rollen konnte. Legacy Recordings legt nun erstmals eine Kopie der Testpressung auf – mit den verschwundenen Mischungen der New Yorker Sessions, die der Maestro nicht auf dem offiziellen Album haben wollte. (Christoph Benkeser)
 

Bone Thugs-N-Harmony – E. 1999 EternalWebshop ► 2LP Gospel und Gewehrschüsse, Soul und Synthies, R´n´B und sagenhaft schnelle Raps mit Hang zum Singsang: Mit ihrem zweiten Album »E.1999 Eternal« feierten Bone Thugs-n-Harmony 1995 ihr Debüt bei Ruthless Records, nachdem sie Backstage bei Label-Chef Eazy E vorstellig wurden. Der verstarb kurz vor dem Release an Aids, was das Album gleichermaßen überschattete und strahlen ließ. Heute zählt es zu den Klassikern, das neben Dauerbrennerthemen wie Mord und Marihuana ein Loblied auf den pünktlichen Eingang der Sozialhilfe anstimmt. Kurios: Die LP etablierte mal eben das Hexenbrett als Gang-Insigne. Kontrovers: Die Geburt des BTnH-Styles im Geiste der Freestyle Fellowship. Erste Reissue überhaupt. (Christian Neubert)
 

Chicha Libre – Sonido Amazonico W/ Etched D SideWebshop ► LP Zum ersten Mal überhaupt auf Vinyl wird es das zuerst 2008 erschienene Debüt von Chicha Libre, »Sonido Amazonico«, geben. Die Peruaner verfolgen hier eine krude Mischung aus Cumbia, Surf-Gitarren, Farfisa-Orgeln und den folkloristischen Melodien der Anden. Es ist eine Vinyl 2LP, wobei auf der D-Seite keine Musik, sondern eine hübsche Lasergravur zu finden sein wird. (Sebastian Hinz)
 

Emerson – If You Need Me, Call MeWebshop ► LP Warum das Album »If You need Me, Call Me« von Emerson nie veröffentlicht wurde, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Schließlich erschien 1988 nur die Single »Sending All My Love Out«, eine späte, von harmonisch überdrehten Synthesizerfahnen getragene Disco-Hymne, die mit ihrem experimentellen Sampling nicht so ganz in die Ära blank polierter Produktionen passen wollte. Wer heute eine dieser längst vergriffenen Singles erstehen möchte, muss tief in die Tasche greifen – oder nutzt die einmalige Chance: Nachdem die Master-Tapes des Albums freigeben wurden, schenkt das Londoner Label Kalita der Platte von Emerson doch noch das Licht der Welt. (Christoph Benkeser)
 

Fela Kuti And Roy Ayers - Music Of Many ColoursWebshop ► LP Oberflächlich betrachtet eine eigentümliche Kombination: Fela Kuti hatte mit dem Afrobeat eine brisante Verbindung von Pop und Politik in die Welt gesetzt, Roy Ayers hatte Disco für sich entdeckt, als die beiden mit ihren Bands 1979 gemeinsam in Nigeria auf Tour gingen. Zum krönenden Abschluss nahmen die beiden tatsächlich gemeinsam Stücke auf, die auf »Music Of Many Colours« erstmals 1980 veröffentlicht wurden. Zum RSD2019 wird die Platte erstmals seit den späten 1980er Jahren (in limitierter Auflage) wiederveröffentlicht. Dazu scheinbar auf rainbow starburst Vinyl. Wir stellen uns das kunterbunt vor. (Andreas Schnell)
 


Eine Übersicht sämtlicher exklusiver Record Store Releases findest du bei uns im Webshop


Juice People Unlimited – OST Disco GodfatherWebshop ► LP Das im Disco-Milieu angesiedelte Rachedrama »Disco Godfather« (in Deutschland als »Helden der Nacht« 1987 auf VHS erschienen) ist 1979 ins amerikanische Kino gekommen und sehr schnell auch wieder aus diesem verschwunden. Während der Film vielleicht wiederzuentdecken ist (immerhin 83% bei Rotten Tomatoes, während diese Buchstaben in die Tastatur gehackt werden) war der von Juice People Unlimited eingespielte Soundtrack schon lange ein begehrtes Sammlerstück. Kein Wunder, denn seit eben 1979 gab es keine Reissue. Nun – das macht’s eben zu einem Highlight des diesjährigen RSD – wird die Schallplatte in Europa auf 1.000 Stück limitiert wiederveröffentlicht. Mit Liner Notes, unveröffentlichten Fotos, Obi Strip. (Sebastian Hinz)
 

Mabumi Yamaguchi – MabumiWebshop ► LP Saxofonist Mabumi Yamaguchi prägte in den 1970er Jahren die japanische Jazz-Szene mit. 1981 traf er in New York auf Schlagzeuger Tony Williams, Pianist Kenny Kirkland und Miroslav Vitouš, der sich zuvor für sein rhythmisches Bassspiel bei Weather Report einen Namen machte. Das Quartett spielte in zwei Tagen »Mabumi« ein. Ausgedehnte Jazzsoli blenden in Fender-Sequenzen, die einen in ihrer verwaschenen Ästhetik die Koffer packen lassen, um auf die Balearen zu jetten und bei untergehender Sonne von erlesenen Weinen zu kosten. Jazz-Fusion zum Dahinschmelzen. Ach so, die Fakten: remastert von den Originalbändern, 180g Vinyl, Original Artwork mit Obi Strip. (Christoph Benkeser)
 

Rhythm Makers – Soul On Your Side RecordWebshop ► LP Den reinsten Funk-Wahnsinn erlebt man auf dem ersten und einzigen Album der legendären New Yorker Gruppe Rhythm Makers, die nun 180g schwer, neu gemastert von den Originalbändern, im original Artwork auch, wiederveröffentlicht wird. Der Bass schaufelt hier tiefe Gräben, in der sich das Wah Wah der Gitarren suhlt, bevor der Moog-Synthesizer als groovende Planierraupe drüberwälzt und Tabula Rasa macht. Auf Vocals wird konsequenterweise verzichtet, das Ganze bringt die Hüften trotzdem schneller in ungelenke Kreisbewegungen als alles, was die ungleich erfolgreicheren Kool & The Gang jemals in den Äther schickten. (Christoph Benkeser)
 

The Grodeck Whipperjenny – The Grodeck Whipperjenny LPWebshop ► LP Ganz im Zeichen von Woodstock lässt sich das einzige Album von The Grodeck Whipperjenny hören. David Matthews, der Ende der 1960er Jahre schon als Arrangeur für den Soul von James Brown mitwirkte, hat 1970 eine Gruppe von Jazzmusikern zusammengetrommelt – und ein Album aufgenommen, das sich in der psychedelischen Seele von Funkadelic berauscht, gleichzeitig mit dem Sound der frühen Jefferson Airplane kokettiert und sich an treibenden Bass-Sounds von Motown-Produktionen abreibt. Als Schwesteralbum von James Browns »Sho Is Funky Down Here« ein Klassiker. Erstmals neu aufgelegt, mit umfangreichen Liner Notes und nie zuvor veröffentlichen Fotos. (Christoph Benkeser)
 

Ziad Rahbani – Abu Ali Webshop ► LP Die 12" »Abu Ali« (1978) von Ziad Rahbani bekommt nach mehr als 40 Jahren ein Reissue. Beide Vinylseiten sind jeweils mit einem 13-minütigen Denkmal für die Eleganz des arabischen Jazz-Funk in den ausgehenden 1970er Jahren bespielt. Das Titelstück beginnt mit Funk-Slaps und Trompeten, bevor Flöte und melodische Streicher-Arpeggien eine gewisse Soundtrackqualität entwickeln. Intermezzi von Saxofon, E-Gitarre und Piano lockern beide Stücke auf, die nie von der instrumentellen Vielfalt geschluckt werden – Beirut und New York auf musikalischer Augenhöhe. (Nils Schlechtriemen)
 

Various Artists – OST Lost In Translation Webshop ► LP Der stimmungsvoll kompilierte Soundtrack zu Sofia Copollas zweitem Spielfilm »Lost In Translation« hat’s drauf. Er vertont die Gefühlslagen seiner beiden Protagonisten mit rührender Melancholie und transportiert die auf sich selbst zurückgeworfene Stimmung per Einleitung eines Shoegaze-Revivals, für das neben My Bloody Valentine-Frontmann Kevin Shields, der vier Tracks beisteuert, z.B. auch auf Songs von Air, Squarepusher und The Jesus and Mary Chain zurückgegriffen wird. Was ist noch drauf? Auf dem Cover damals wie heute der Popo von Scarlett Johansson. Angesichts (bzw. angesäßes) des Artworks ist es fast schon erstaunlich, dass die RSD-Auflage nicht als Picture Disc erscheint… (Christian Neubert)
 


Eine Übersicht sämtlicher exklusiver Record Store Releases findest du bei uns im Webshop

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 18.08.2010
Sylvia Striplin
Give Me Your Love
Verheißungsvoll blitzt die nackte Schulter unter dem opulenten weißen Pelz auf dem Cover von Give Me Your Love hervor.
Music Review | verfasst 03.07.2007
Talib Kweli
Eardrum
»They say you can’t please everybody«, aber es gibt ja bekanntlich immer ein nächstes Mal.
Music Review | verfasst 02.04.2019
Roy Ayers
Silver Vibrations
Die allererste Reissue von »Silver Vibrations«, Roy Ayers’ zuerst 1983 veröffentlichtem Album, wurde jetzt bei BBE veröffentlicht.
Music Liste | verfasst 31.10.2008
BBE Records
10 Essentials
Es hat sich einiges an guter Musik angesammelt, in den dreizehn Jahren Labelgeschichte, die BBE Records inzwischen auf dem Buckel hat. Dennoch haben wir uns nochmals hineingehört und eine Auswahl von 10 Platten getroffen.
Music Porträt | verfasst 25.06.2020
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Review | verfasst 14.07.2020
Bob Dylan
Rough And Rowdy Ways
Mit »Rough And Rowdy Ways« lädt Bob Dylan ein, sich auf dem Schoß des Onkels endlich gemütlich zu machen. Oder ist bloß alles eine Finte?
Music Kolumne | verfasst 16.10.2013
Records Revisited
Bob Dylan's Blonde On Blonde, 1966
»Blonde On Blonde« ist das erste Doppelalbum der Rockmusikhistorie. Es ist am 16.5.1966 bei Columbia Records erschienen. Das war ein Montag und Janet Jackson erblickte das Licht der Welt.
Music Review | verfasst 19.12.2016
Various Artists
Feeling Good
Die Compilation »Feeling Good« konzentriert sich auf Bob Shads Label Mainstream Records und Songs aus den Jahren 1965 bis 1973.
Music Review | verfasst 02.12.2019
Ryuichi Sakamoto
Thousand Knives Of
Schon 1978 mit seinem Debüt »Thousand Knives Of« bewies Ryuichi Sakamoto sein Gesprü für unkonventionelle Arrangements.
Music Review | verfasst 23.06.2020
Fairuz
Maarifti Feek
Feierlich, melancholisch und mystisch: Das Album »Maarifti Feek« der libanesischen Sängerin Fairuz wurden bei WeWatnSounds veröffentlicht.
Music Review | verfasst 02.12.2020
Ryuichi Sakamoto
Hidari Ude No Yume
»Hidari Ude No Yume«, das dritte Soloalbum von Ryuichi Sakamoto aus dem Jahr 1981, ist nun via WeWantSounds wiederveröffentlicht worden.
Music Review | verfasst 10.02.2021
Omar Khorshid
With Love
Das 1978 im libanesischen Exil entstandene Album »With Love« des ägyptischen Gitarristen Omar Khorshid wurde wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 17.02.2021
The George Otsuka Quintet
Loving You George
WeWantSounds macht mit »Loving You Geroge« eine Live-Aufnahme des The George Otsuka Quintets aus dem Jahr 1975 wieder verfügbar.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Porträt | verfasst 14.07.2020
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Liste | verfasst 01.12.2020
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Dinosaur Jr
Green Mind
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.