Music Kolumne | verfasst 06.05.2021
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Text Florian Aigner

Armand Hammer & The Alchemist - HaramVinyl LP Es bleibt die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Einmal pro Quartal droppt ein aus der Zeit gefallenes und trotzdem kontemporär klingendes Alchemist Album, es ist in drei Minuten ausverkauft und die darauf Rappenden krönen damit einen mehrjährigen Run. Dieses Mal hat Alchemist mit Armand Hammer gearbeitet, jener New Yorker Post Bap-Phalanx, mit der sich Billy Woods in den zweiten Karrierefrühling gerettet hat. »Haram« ist gewohnt trockenes Loop-Bizness, immer mindestens acht Spuren entfernt von der Überfrachtung und trotzdem hymnisch af. Ein Rapalbum also mit dem man sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangsperre also prima verwegen fühlen kann.
 

benny the butcher burdenVinyl LP Benny The Butcher bleibt der Notar im sich langsam auflösenden Griselda-Camp. Ostküstenklassizismus trifft auf Blueprint-Bombast und »Port Of Miami« Glam, vorgerappt wie der Dude der damals schon zu abgeklärt gewesen wäre für die Rawkus Cypher. »Burden Of Proof« ist in seiner Genügsamkeit dann zwar medioker, in seiner Konstanz aber auch unfrontbar.
 

Haftbefehl – Das Schwarze AlbumVinyl 2LP Spätestens wenn man die ersten grauen Streifen im Bart bemerkt und Haftbefehl immer noch für den Nabel der Deutschrapwelt hält, sollte man seine eigene Frischheitslegitimation dringend überprüfen. »Das Schwarze Album« ist sicher für Menschen mit späterem Geburtsdatum und wissenderer Coolness läppsches Millenialzeug, eure graue Eminenz hier freut sich hier aber wieder über all das, was Hafti-Alben schon immer ausgemacht haben und vor allem Hafts Gesellenstück in Sachen Autotune- und Mumble-Hooks. Ich schlage jetzt noch einen der immer noch regelmäßig neu erscheinenden Feuilletonartikel über Haftbefehls linguistische Verdienste auf und fühle mich einfach nur abgeholt.
 

eva808 sultryVinyl 3LP Eva808 macht auch auf Albumlänge halfsteppigen 808-Trap mit diversen UK-Bass-Zitaten. »Sultry Venom« klingt dabei ein bisschen so wie Beatmakerzeug 2021 klingen könnte, sprich wie Hudson Mohawke nach einem Jahr Quarantäne. Man könnte das ein fokussiertes Album nennen und Eindimensionalität meinen, aber ich schwööööhöre: gäbe es noch Nachtclubs, würde man hier pointenmäßig fündig.
 

Scotch Rolex – TewariVinyl LP Wobei ich schon sagen muss: wenn es diese Nachtclubs wieder geben sollte, dann muss jemand auch die Chuzpe haben und sich eher bei »Tewari« bedienen, jenem Scotch Rolex Album, zu dem Cornils, Kunze und ich ohnehin schon genug assoziert haben.
 

Maoupa uxyVinyl LP Auch vollkommen malle: Maoupa Mazzocchetti und »Uxy Dosing«. Ich liebe ja nach wie vor wenig mehr als unraffbare Experimentalplatten, die sich als Clubmusik tarnen, aber nichts weniger wollen als Leute glücklich zu sehen. Mazzocchetti löst dann auch jeden Rave-Signifier im Säurebad auf, ohne dabei je diese Deconstructed Pretense ins Schaufenster zu hängen. Wenn der Belgier dann ein schnaubendes Album mit dem unerschrocken Lynchianischen »Guido Always Wins In the End« scheinbeendet, um einem dann auf dem Closer »Uxytalking App« nochmal die Breakbeat-Koordinaten grundlegend durcheinander zu bringen, ist die Begeisterung mindestens so groß wie die Verunsicherung.
 

Senyawa - AlkisahVinyl LP Ich glaube ich bin noch drei Alben davon entfernt, mich für Metal zu interessieren. Was ich auf dem Scotch Rolex-Album schon alles nicht wusste, setzt sich auf »Alkisah« fort, nur freilich mit anderen Mitteln. Uncanny wie sau und – so sagen das Menschen, die es besser wissen – mit mehr als einem latenten Metaleinfluss, weh-te-effen sich die Indonesier durch rhytmisch zersetzten Postpunk mit On-U-Patent, inklusive irritierend faszinierendem Überpacing des Vokalisten Rully Shabara.
 

carl stone stolen carVinyl LP Auch verrückt wie Carl Stone seit vierzig Jahren Musik macht, die zum Zeitpunkt ihres Erscheinens überhaupt keinen Sinn ergibt. Natürlich ist das quasi die Definition von Avantgarde, aber mal ehrlich: wie oft hat man wirklich noch das Gefühl, dass da etwas passiert, was genuin verstört? »Stolen Car« habe ich dreimal versucht durchzuhören, ich kam nie weiter als zwei oder drei Songs und trotzdem fühlt sich das alles so richtig an wie präadoleszent einfach mal einen Schluck aus der Pulle Strohrum zu testen um dazuzulernen.
 

Andy Stott – Never The Right TimeVinyl LP Andy Stott hat sein letztes wirklich herausforderndes Album vor knapp zehn Jahren gemacht, seither perfektioniert Modern Loves einziger Halbpopstar seine Formel. »Never The Right Time« klingt dann auch wie ein Best Of seiner vier vorherigen Alben, insbesondere auf den wieder zahlreichen Kollaborationen mit Alison Skidmore. Dass Andy Stott sich dabei nur selbst kopiert, ist nicht nur kein Problem, sondern der Beweis, dass sonst niemand dieser Soundästhetik gerecht wird, außer Stott selbst.
 

jimmy edgar cheetahVinyl LP Jimmy Edgars grelles Pop-Verständnis wurde in den letzten zehn Jahren nicht nur vom PC Music-Sound überschattet, sondern nun auf »Cheetah Band« recht eindeutig auch davon vereinnahmt, eine Zusammenarbeit mit der laten greaten SOPHIE inklusive. Dazu überdrehte Danny Brown-Features und jede Menge post-postmoderner Quatsch. Ballert, kommt aber ein paar Jahre zu spät.
 

Claire Rousay - A Softer FocusVinyl LP Im Vergleich zu den letzten Inventuren gab es dieses Mal weniger prägende stille Alben für mich. Claire Rousay hat jedoch ein Album gemacht, das diese immer noch unwirkliche Halb-Lockdown-Realität in zehn Jahren perfekt auf den Punkt gebracht haben wird. Ambient und Field Recordings, »Can’t Hold My Liquor« Techniken und Tastenanschläge im Home Office, dazwischen maximal randome Sprachnachrichten über verpasste Bahnanschlüsse: »A Softer Focus« ist Nicht-Ambiente und damit vielleicht die definitive Ambient-Platte des Jahres bisher.
 

dialect under-betweenVinyl LP Dagegen wirkt »Under-Between« von Dialect fast ein bisschen altbacken in seiner vaporwavigen Interpretation von Ambient und der familiären japanischen Klangpalette. Eher im unteren Mittelfeld im dichten Release-Schedule von RVNG Intl anzusiedeln, aber halt eigentlich schon auch krass souverän.
 

gianni brezzo heartVinyl LP Praktisch vor der eigenen Haustür und trotzdem bisher verpasst: der Kölner Marvin Horsch macht als Gianni Brezzo genau jene geil rumlungernde, tentativ perkussive Mood-Musik, die von Music From Memory bis Islands Of The Gods auf jedes Label passt, das checkt in welche Soundtradition sich ein solches leises Album einordnen muss um nicht als gefälliges Hintergrundrauschen verkannt zu werden. »Traditional Heart« erscheint über Into The Light und wird genau deswegen auch die richtigen Leute erreichen.
 

The Zenmenn – Enter The ZenmennVinyl LP Auch nett: The Zenmenn und deren von Haruomi Hosono beeinflusster Rotary Mixer Pop. Wir hatten es ja gerade schon von Music From Memory und dass »Enter The Zenmenn« nicht nur dort erscheint, sondern in den besseren Momenten klingt wie ein ausgebuddeltes Album von The System, sollte dann auch der Ritterschlag für diese LP sein.
 

zauberstab vaVinyl 2LP »Zauberstab« wäre 2018 eine der Compilations des Jahres gewesen, drei Jahre später wirkt sie mit ihrem betont analogen, sich seltenst über Midtempo hinauswagenden Camp Cosmic Sound wie ein willkommener Reminder an die zwei Jahre, in denen alle ein Stück vom Düsseldorfer Kuchen abhaben wollten. Patchouli Dub aus der MPC und 90BPM Prog, Shoegaze Melodien und handgemachte Percussion: Was soll man dagegen bitte haben?
 

Floating Points, Pharoah Sanders & The London Symphony Orchestra - PromisesVinyl LP Das drittbeste an der neuen Floating Points Platte ist, dass sie nicht wie eine Floating Points-Platte klingt. Das zweitbeste an der neuen Floating Points-Platte ist, dass sie nicht wie eine Platte des London Symphony Orchestra klingt. Das beste an der neuen Floating Points Platte ist, dass sie durchgehend wie eine klassische Pharoah Sanders Platte klingt. Zurückhaltend und balladesk, komplett ohne Muckerallüren und stellenweise das, was ein Jazzonkel wohl mesmerizing nennen würde. Und um im Ranking-Wahnsinn zu bleiben: zweitbestes Pharoah Sanders-Erlebnis in diesem Millenium, nach dessen Konzert bei Leguesswho 2018.
 

Jac Berrocal / David French / Vincent Epplay - Exterior LuxVinyl LP Die Schallplatte des Jahres kommt aber bisher von Jacques Berrocal, auch wenn »Exteriour Lux« digital bereits im Herbst 2020 erschienen ist. Berrocals Trompete wäre ohnehin an 5 von 7 Tagen meine Antwort darauf, was mein Lieblingston auf der Welt ist. Wie er hier aber in die Zwischenräume, die Vincent Epplay und David Fenech schaffen, trötet und das ohnehin schon schwindelerregend hohe Niveau endgültig unantastbar macht, ist schlicht unglaublich. Dazu mit »Walkabout« noch das beste Vega / Pan Sonic Faksimile ever, ein eisigkalter Tolouse Low Trax Opener, Free Jazz Dub und polyrhythmischer Malaria Bop: dieses Album hat die Welt gerettet.
 

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Music Kolumne | verfasst 03.12.2014
Vinyl-Sprechstunde
Haftbefehls »Russisch Roulette«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze haben sich Haftbefehls viel besprochenes Album »Russisch Roulette« gemeinsam angehört.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
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Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.